Thuine. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte das Krankenhaus in Thuine und kam dort mit dem ärztlichen Leiter Dr. med. Mario Richter, der Verwaltungsleiterin Maria Elisabeth Straten-Barlag sowie der Pflegedienstleiterin Sonja Hus ins Gespräch. Das Elisabeth-Krankenhaus in Thuine ist vor allem im Bereich der Palliativmedizin  gut aufgestellt, steht jedoch aufgrund des Ärztemangels auf dem Land unter wachsendem Druck. Gebraucht werde auch eine Aufstockung der Medizinstudienplätze in Niedersachsen und weitere Qualifikationen für spezielle Behandlungen wie Stomatherapien.

Das Elisabeth-Krankenhaus steht als freigemeinnütziges Krankenhaus in der Trägerschaft des St. Georgsstift e.V. und ist seit 1912 etabliert. Mit seinen 122 Betten für die Regelversorgung ist es für die medizinische Versorgung der Region von entscheidender Bedeutung. Aufgestellt ist die Einrichtung in den Bereichen der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Anästhesie und der Gynäkologie – die palliativmedizinische Versorgung wurde etabliert und ausgebaut nachdem die Geburtshilfe im Jahr 2004 aufgegeben werde musste. Dabei zeichnet sich zunehmend ab, dass das Krankenhaus einen wachsenden Zulauf von Patientinnen und Patienten hat, die aus mit Arztpraxen unterversorgten Kommunen stammen. Auch wird  deutlich, dass mehr Medizinstudienplätze in Niedersachsen benötigt werden und zudem mehr Spezialistinnen und Spezialisten erforderlich sind.

„Das Ärztinnen und Ärzte, die Pflegerinnen und Pfleger sowie das Fachpersonal leisten enorm viel im Elisabeth-Krankenhaus. Wir sehen auch hier, dass die Belegschaft aufgrund eines steigenden Bedarfes an ihre Grenzen stößt. Der Ärztemangel auf dem Land macht sich auch hier sehr deutlich bemerkbar und stellt die Organisation vor große Herausforderungen. Mit der Aufstockung des Pflegepersonals und den Pflegestärkungsgesetzen hat die SPD für Entlastung gesorgt, die jedoch zunächst nur erste Schritte für die Bewältigung struktureller Probleme darstellen können. Klar ist, dass wir mehr für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum tun müssen: Bedauerlich, dass das unionsgeführte Ressort das Medizinstudium – ohne hinreichende Einbindung der Abgeordneten – nur unzureichend reformiert hat und damit auch durch die jüngste Reform nicht mehr Kapazitäten für Medizinstudierende in Niedersachsen geschaffen wurden, die aber dringend benötigt werden“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Durch die Pflegestärkungsgesetze wurde zum einen der Pflegebedürftigkeitsbegriff angepasst, wonach vor allem auch Demenzkranke passgenaue Leistungen bekommen und zum anderen mehr Rechtssicherheit für pflegende Angehörige geschaffen. Durch die Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozent kommen schließlich rund fünf Milliarden Euro mehr in das System. Darüber hinaus wurden Untergrenzen für Pflegepersonal festgesetzt, die neue Mindeststandards schaffen. Dr. Richter betont, dass diese Maßnahmen jedoch langfristig nicht ausreichen werden und auch bei der Versorgung von Demenzkranken nicht alle Aspekte abgedeckt sind: „Unerlässlich ist wie bei allen anderen Aufgaben klinischer Einrichtungen eine angemessene Re-Finanzierung der räumlichen, apparativen und personellen Ausstattung in der Versorgung bestimmter Patientengruppen“, so Richter.

Die Verantwortlichen des Elisabeth-Krankenhauses machten zudem deutlich, dass ein Ausbau der Palliativversorgung langfristig notwendig wird. De Ridder bekam vor Ort einen Überblick über die Lage der vorbildlichen Palliativeinrichtung, die im Krankenhaus Thuine mit 8 Betten, geschultem Personal und Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige sehr gut aufgestellt ist. Zum Thema Unterbringung in einem Hospiz wurde De Ridder allerdings auch auf einen gravierenden gesetzlichen Mangel hingewiesen: Krankenkassen zahlen den Verbleib in einem Hospiz lediglich für sechs Monate und nicht darüber hinaus. Wenn nun also der medizinische Fortschritt das Leben noch um Wochen oder Monate verlängern kann, fallen Patientinnen und Patienten im Einzelfall dennoch aus der Hospizversorgung raus.

„Es kann nicht sein, dass die gesetzliche Lage die Sterbenden und Angehörigen unter Druck setzt. Da müssen wir – zum Wohle und Interesse schwerstkranker Menschen – dringend nachbessern. Dies, wie auch die Aufgabe zur kontinuierlichen Verbesserung der Pflege, nehme ich gerne als Auftrag mit nach Berlin. Ebenso wurde mir deutlich, dass wir bei den diversen Aufgabenbereichen in der medizinischen Versorgung und den erforderlichen medizinischen Neuerungen auch in der Gesundheitsversorgung mehr gut qualifiziertes Fachpersonal benötigen“, sagt De Ridder abschließend.

Neben der Palliativversorgung gibt es ferner einen eklatanten Bedarf im Bereich der Anerkennung und Schaffung besonderer Qualifikationen wie zum Beispiel bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einem Stoma. Zu einem sorgsamen Umgang mit Erkrankten gehören besondere Aufgaben, die nur von geschultem Fachpersonal ausgeführt werden können. Gleiches gilt auch für den Bereich der Demenzerkrankungen, wobei das Elisabeth-Krankenhaus mit der Station St. Raphael Vorbildcharakter hat – vielmehr ist es nun an der Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für mehr geschultes Fachpersonal zu schaffen. De Ridder sicherte zu, sich diesen Herausforderungen, wie auch dem Ärztemangel auf dem Land, explizit im Falle ihrer Wiederwahl anzunehmen.