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Wenn Flexibilität bestraft wird – SPD-Bundestagskandidatin Dr. Daniela De Ridder besucht Meppener Mütterzentrum

Das Mütterzentrum im Meppen offeriert ein höchst flexibles Krippenplatzangebot für Mütter und Väter an. So kann insbesondere in der schwierigen ersten Trennungsphase die Betreuung nur an manchen Tagen stunden- oder tageweise genutzt werden. Bei einem Gespräch mit SPD-Bundestagskandidatin Dr. Daniela De Ridder und den Meppener SPD-Mitgliedern Karin Stief-Kreihe, Frank Butzelar und Andrea Kötter erläuterte die Leiterin Marga Pradel, warum die Einrichtung gerade deshalb mehr Unterstützung benötige.

Von den vier Krippengruppen im Mütterzentrum bietet drei ein zeitliches flexibles Betreuungskonzept an, während die Kinder in der vierten Gruppe bis 16 Uhr betreut und dann von ihren Eltern abgeholt werden. Für diese zwölf Kinder stehen immer drei Erzieherinnen zur Verfügung; deren Finanzierung übernimmt der Landkreis durch Zuschüsse. Um diese Finanzierung nicht zu gefährden, dürften nur drei der 12 Kinder ein „Platz-Sharing“ in Anspruch nehmen. Bei den flexiblen Krippengruppen hingegen richtet sich die Bezuschussung nach der Anzahl der Kinder. Jeden Tag müssen die Erzieherinnen dokumentieren, wie viele Kinder anwesend waren; dies sei ein enormer bürokratischer Aufwand: Wenn ein Kind jedoch länger als zwei Wochen die Betreuung nicht nutze, ganz gleich, ob urlaubs- oder krankheitsbedingt, entfalle der Zuschuss des Landkreises, das Mütterzentrum wiederum müsse dann die Finanzierungslücke selbst schließen.

Hinzu komme, so Pardel, die seit vielen Jahren ehrenamtlich die Leitung der Einrichtung übernommen hat, dass der Landkreis für Randstunden weniger Zuschüsse zahle. Der reguläre Satz von 3,90 € sinke dann auf 1,10 Euro pro Stunde pro Kind. Die Begründung erscheint fragwürdig: Da das Kind in dieser Zeit ja schlafe, sei der Betreuungsaufwand geringer. Pradel dazu: „Der Landkreis ignoriert die Tatsache, dass wir Nachtzuschläge zahlen müssen und das Mütterzentrum somit oftmals das Geld aus Rücklagen nehmen muss, um dies auszugleichen.“ Für Eltern, die in Früh- oder Spätschicht arbeiten müssten, sei ein flexibles Betreuungsangebot zwingend. Mittelfristig werde dies aber für das Mütterzentrum, das immer wieder um seine finanzielle Existenz kämpfen müsse, unbezahlbar.

Für die SPD-Politikerin Dr. Daniela De Ridder ist dies untragbar: „Jedes Kind ab einem Jahr hat einen Anspruch auf die Betreuung. Deshalb sollten wir denjenigen Eltern keine Steine in den Weg legen, für die die Randstundenbetreuung unabdingbar ist, weil sie berufstätig sein müssen, um ihre Existenz zu sichern. Eine solche Einrichtung wie das Mütterzentrum unter der Regie von Frau Pradel leistet eine wertvolle Arbeit. Eine verlässliche finanzielle Sicherstellung dieser Einrichtung, die neben der Kinderbetreuung ja auch Elternbildung betreibt, ist aus meiner Sicht ein Muss.“

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