Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim stärkt uns alle – SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder hospitiert im Nordhorner Gesundheitsamt

Nordhorn. Bei einer Hospitanz beim Gesundheitsamt in Nordhorn kam die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder mit der für die Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim zuständigen Annegret Hölscher, dem Amtsarztleiter Dr. Gerd Vogelsang, sowie dem Fachbereichsleiter für Soziales und Gesundheit Michael Motzek ins Gespräch. Neben den zahlreichen medizinischen Aufgaben des Gesundheitsamtes wurde auch das Konzept der „Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim“ besprochen.

„Vielen Menschen ist nicht bewusst, welch wichtige Aufgaben das Gesundheitsamt erfüllt. Viele Eltern kennen das Gesundheitsamt, weil sie sich hier zur Vorsorgeuntersuchung mit ihren Sprösslingen einfinden und sich die Schulreife ihrer Kinder bescheinigen lassen. Andere wiederum lernen das Gesundheitsamt kennen, wenn sie in tropische Regionen reisen und sich dafür impfen lassen. Jetzt durfte ich erfahren, dass es neben diesen Aufgaben noch eine ganze Bandbreite an wichtigen Präventionsmaßnahmen für allgemeine Gesundheit in unserer Region erfüllt“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und Abgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Neben Impfschutz bietet das Gesundheitsamt ebenso Beratung zur berufliche Tauglichkeit und deren Überprüfung an. Ebenso gehören Hygieneschulungen für Menschen, die in der Gastronomie tätig sind, zu den Aufgaben. Auch mit dem Gesundheitsschutz geflüchteter Menschen sei das Gesundheitsamt befasst. Als Bildungspolitikerin interessierte De Ridder auch die Einschätzung des Gesundheitsamtes zur Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Oft höre sie, dass Kindern das Medikament Ritalin verabreicht werde, weil ihnen Aufmerksamkeitsdefizite und Konzentrationsstörungen attestiert würden. Einig war man sich in diesem Gespräch, dass es vor allem wertvoll sei, Aufklärung für Eltern und Beratung für Lehrpersonen anzubieten. Auch hier, sei das Gesundheitsamt tätig, bestätigte ihr Vogelsang.

Bei der Hospitanz erläuterte die Diplompsychologin Annegret Hölscher zudem das Konzept der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim, wonach das Gesundheitsamt mit Aufklärungs- und Vernetzungsarbeit zur psychischen und physischen Gesundheit der Menschen der Region beiträgt. Hier stehen besonders die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, aber auch die Versorgung älterer Menschen im Blickpunkt: Motivation zur Bewegung und gesunde Ernährung sind ebenso wichtig wie die Arbeit des sozialpsychiatrischen Dienstes.

„Die Gesundheitsversorgung bedarfsgerecht und zukunftsfähig zu gestalten, ist insbesondere in Anbetracht der demografischen Herausforderungen eine Aufgabe, die nur gemeinsam mit unseren vielen Partnern aus dem regionalen Gesundheitswesen bewältigt werden kann. Wir freuen uns daher sehr, dass die Politik parteiübergreifend und geschlossen das Ziel des Landkreises und des Landes unterstützt und den Weg für eine Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim freigemacht hat“,  so Annegret Hölscher.

Die Umsetzung der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Gesundheitsamtes und ergänzt die alltäglichen Aufgaben für die Menschen in der Region. Problematisch sei jedoch die Gewinnung von ärztlichen Fachkräften, da neben der allgemein problematisch niedrigen Zahl von Ärztinnen und Ärzten  im ländlichen Raum die Stelle eines Amtsarztes zumeist niedriger vergütet werde als in der Allgemeinmedizin. Auch der Vorteil einer sicheren Beschäftigung genüge oft nicht, damit genügend Anreize für eine Bewerbung entstehen.

Kritisch sehe man aber eine „Landarztquote“, wie sie zurzeit im Bundesgesundheitsministerium diskutiert werde. Danach würde Studierenden dann einen der begehrten Medizinstudienplätze erhalten, wenn sie sich verpflichten, nach dem Studium für einen längeren Zeitraum in einer Praxis oder einem Krankenhaus im ländlichen Raum tätig zu werden. De Ridder, die für die SPD-Bundestagsfraktion Berichterstatterin für das Medizinstudium ist, hält dies für den falschen Weg: „Wenn wir den Arztberuf auf dem Lande attraktiver machen wollen, sollten wir eher die richtigen Studierenden dafür auswählen und keine Fehlanreize setzen. Die Eins im Abiturzeugnis, die man für den Studienplatz braucht, sagt ja noch nichts über die Motivation der zukünftigen Medizinerinnen und Ärzte aus. Da brauchen wir noch andere Auswahlkriterien. Gerade in der medizinischen Versorgung sind wir aber auch dankbar für Ärzte mit ausländischer Herkunft. Ohne sie wäre es um unser Gesundheitssystem deutlich schlechter bestellt“, so De Ridder.

„Wir müssen sicherstellen, dass alle Gesundheitsämter im Land gut aufgestellt sind. Nur so können wir die allgemein hohe Gesundheitsqualität in unserem unmittelbaren Umfeld sicherstellen. Bedanken möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes für ihre qualitativ hochwertige Arbeit und möchte versichern, dass ich viele gute Anregungen mit nach Berlin nehme. Das Konzept der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim erscheint mir besonders wertvoll und ich unterstütze es gerne“, bekräftigt De Ridder.

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