Laar. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte gemeinsam mit den Vertretern des SPD-Ortsvereins Emlichheim Helmut Sleefenboom und Heinrich Strenge den Junglandwirt Dirk Klaassen auf dessen Betrieb in Laar. Zentrales Thema der Begegnung war die Zukunft der Landwirtschaft in unserer Region mit Blick auf die Situation der JunglandwirtInnen. Daher nahmen auch Daniela Deeters, Matthias Jansen sowie Henning Stegeman mit großem Interesse an dem Gespräch teil. De Ridder betont, dass gerade Junglandwirte Planungssicherheit aufgrund von notwenigen Investitionen benötigen.

„Das Engagement junger Landwirtinnen und Landwirte und ihre Sorge um die Zukunft ihrer Betriebe nehme ich sehr ernst. Die Offenheit und die Gesprächsbereitschaft gerade junger Landwirtinnen und Landwirte zeigt, wie wichtig der stete Kontakt zwischen dem Berufsstand und der Politik ist und wie fruchtbar ein offener Dialog sein kann. Mit meinem Besuch bei Herrn Klaassen setze ich diesen Dialog gerne fort, zumal ich schon seit geraumer Zeit mit meiner Politik der Runden Tische immer wieder zwischen Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz vermittele; der Kontakt mit Herrn Klaassen und seinen Kollegen war bei einem dieser Gesprächsrunden zustande gekommen und ich habe die Einladung auf seinen Betrieb sehr gerne angenommen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Der Betreib von Dirk Klaassen kann auf eine Geschichte von rund 100 Jahren zurückblicken und der 23-Jährige bewirtschaftet heute konventionell einen Hof mit Milchkühen und Ferkelerzeugung. Eine besondere Belastung für Betriebe wie seinen, so Dirk Klaassen, stelle die fehlende Planungssicherheit dar. Moderne Ställe müssten über Jahrzehnte finanziert werden, doch Reformen des Tierschutzes und der Nutztierhaltungsverordnung schränken die Nutzungsmöglichkeiten solcher Ställe nach wenigen Jahren immer weiter ein und gefährdeten die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Besonders kritisch sehen die Junglandwirtinnen und Junglandwirte den Konkurrenzdruck durch Nahrungsmittelimporte aus dem benachbarten EU-Ausland. Oft würden diese unter deutlich niedrigeren Standards produziert als in Deutschland und drücken damit die Preise im deutschen Markt nach unten. Mit dieser Preispolitik, so Stegeman, könne die deutsche Landwirtschaft nicht mithalten. Wünschenswert sei aus ihrer Sicht daher, dass Importe den gleichen Produktionsstandards entsprechen müssten wie heimische Produkte.

Der Erhalt einer Landwirtschaft, die auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben beruht, ist ein Kernanliegen der SPD und findet sich auch im Koalitionsvertrag wieder. Die Digitalisierung sowie das gewachsene Interesse an nachhaltig und regional produzierten Lebensmitteln werden von der SPD als große Chance für die Landwirtschaft gesehen, machte die Bundestagsabgeordnete im Dialog mit den Junglandwirten deutlich: „Ein schrankenloser Handel mit Agrargütern, die ohne Rücksicht auf Klimaschutz, Tierwohl und Menschenrechte produziert werden, muss unbedingt verhindert werden. Ich bin dankbar dafür, dass auch Dirk Klaassen und seine Kollegen das ähnlich sehen und so manchen alten Zopf abschneiden wollen”, freute sich die SPD-Politikerin. Mit Blick auf das mögliche Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten verwies De Ridder auf einen im Januar von ihr gehaltenen Redebeitrag im Deutschen Bundestag und sagte, dass die EU die Chance nutzen müsse, durch kluge Verhandlungsführung mehr für Umwelt und Menschen zu leisten und daher auch weiterhin für heimische landwirtschaftspolitische Themen sensibilisiert werden müsse. Aus ihrer Sicht gehöre dazu auch das aktuell diskutierte Lieferkettengesetz, bei dem gefordert werde, dass die einzelnen Etappen eines Produktes auf dem Weg vom Hersteller bis zur Konsumentin lückenlos dargestellt werden. „Hier kann, was vielfach ja noch nicht ausreichend wahrgenommen wird, gerade die landwirtschaftliche Produktion als Vorbild für andere Branchen diesen”, ist De Ridder überzeugt. 

Die Bundestagsabgeordnete Dr. De Ridder sagt den Junglandwirtinnen und Junglandwirten ihre Unterstützung zu und rät ihnen sich weiter miteinander zu vernetzen, wie sie es bereits mit dem Verein „Land schafft Verbindung“ getan haben. Nur so kann sich die Landwirtschaft zusammen mit dem Arten- und Umweltschutz weiterentwickeln. „Wichtig und wertvoll ist es, dass Sie proaktiv an die Politik herantreten“, so De Ridder. Weitergehende Treffen und Gespräche wurden von allen Seiten begrüßt.