Dr. Daniela De Ridder und Susanne Mittag

Gesundes Fleisch von glücklichen Tieren – Mehr Tierwohl in deutschen Ställen

Schüttorf. Zu ihrer Veranstaltung „Gesundes Fleisch von glücklichen Tieren – Mehr Tierwohl in deutschen Ställen“ hatte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Susanne Mittag, den stellvertretenden Vorsitzenden des Landvolkes des Kreisvereins Grafschaft Bentheim, Rudolf Aalderink, sowie den Arche-Hofbetreiber Lambertus Arends eingeladen. De Ridder betont, dass es wichtig ist, die Standards in der Tierhaltung weiterzuentwickeln und zu verbessern.

In Deutschland findet aktuell ein Paradigmenwechsel statt: Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen eine intensive Nutztierhaltung mit nicht gerechten Haltungsbedingungen ab. Dabei stehen etwa die Eingriffe an den Tieren wie das Kürzen von Schnäbeln oder Schwänzen, der Einsatz von Antibiotika oder der fehlende Platzbedarf im Stall im Mittelpunkt der Kritik. Viele Landwirte sind bereit und motiviert, die Tierhaltung zu verbessern. Doch nicht wenige fürchten angesichts der internationalen Konkurrenz um ihre Existenz.

„Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung steht immer weniger im Einklang mit den gesellschaftlichen Wünschen. Doch ein Wandel hin zu mehr tierschutzgerechter Haltung kann nur gelingen, wenn die Landwirtinnen und Landwirte entsprechende Unterstützung erhalten. Dies hat die Diskussionsrunde mit meinen Gästen gezeigt“, berichtet Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung machte Susanne Mittag deutlich, dass Landwirte aktuell von großen Veränderungen betroffen sind: Zu nennen sind dabei unter anderem die  Düngemittelverordnung, das staatliche Tierschutzlabel, die Nutztierverordnung oder aber auch die gesellschaftliche Anspruchshaltung an kostengünstigen Lebensmitteln. Die Auffassungen zwischen Tierschützern und Landwirten, aber auch innerhalb von Verbänden, gehe mitunter sehr weit auseinander. Daher müsse die Politik Regelung treffen, damit es keine Verlierer gibt.

Rudolf Aalderink führte aus, dass die Proteste der Landwirte ernst zu nehmen seien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die nachfolgenden Bundesregierungen immer das Ziel verfolgt, die Bevölkerung kostengünstig mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Dafür erhielten die Landwirte finanzielle Unterstützung. Dies führte allerdings dazu, dass deutsche Haushalte heute nur knapp 14 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben würden. Während die Verbraucherinnen und Verbraucher von diesem System profitieren, kämpfen Landwirte um ihre Existenz. Zudem könnten die erforderlichen Investitionen in die Anpassung der Haltungssysteme von vielen landwirtschaftlichen Betrieben nicht mehr gewährleistet werden. Es fehle Planungssicherheit.

Mittag und De Ridder sind überzeugt, dass Landwirte beim tierwohlgerechten Umbau ihrer Ställe finanziell nicht allein gelassen werden dürfen. Insbesondere in der Übergangszeit müsse ihnen unter die Arme gegriffen werden. Die komplette Finanzierung auf den Schultern der Landwirte abzuladen, lehne die SPD-Bundestagsfraktion ab. Deshalb brauche es ein Förderprogramm, mit dem die Landwirte beim Umbau ihrer Ställe unterstützt werden. Im Zuge der Reform der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik solle darauf geachtet werden, dass europäische Mittel, die nach Deutschland fließen, dazu dienen, die Leistung  für die Gesellschaft wie umweltschonendes Wirtschaften, Landschaftspflege oder Tierschutz zu honorieren.

Für Lambertus Arends sind gesunde und glückliche Tiere sehr wichtig. Der Arche-Hofbetreiber setzt dabei auf Direktvermarktung, die seiner Ansicht nach zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. Es müssten andere Wege der Vermarktung beschritten werden, empfahl auch Dirk Dennemann, auf dessen Hof die Veranstaltung stattfand. Damit die Verbraucherinnen und Verbrauchen nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen das Tier gelebt hat, setzt sich die SPD für ein ambitioniertes staatliches Tierwohllabel ein. Es könne nicht sein, dass die deutsche Lebensmittelindustrie die Standards in dieser Angelegenheit festlege und nicht der Staat. Es sei daher von großer Bedeutung, dass ein verbindliches Label auf den Weg gebracht wird, welches dann auch verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte kennzeichnet, so Mittag.

„Es ist wichtig, dass wir die Standards in der Tierhaltung weiterentwickeln und verbessern wollen. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn wir die Landwirte dabei unterstützen“, bekräftigt De Ridder abschließend.

 

 

 

 

 

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