Zu Gast bei Sattlerei Lammers in Dohren

Dohren/Emsland. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Gast bei der Reitsportsattlerei Neomi Lammers und informierte sich bei der gleichnamigen Inhaberin über die Reitsattelherstellung sowie die wirtschaftlichen Folgen seit der Corona-Pandemie. De Ridder will insbesondere Frauen animieren, Berufe im Handwerk und Kunsthandwerk zu ergreifen.  

„Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben weitreichende Auswirkungen auf die hiesige Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen, gerade auch die Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständigen, kämpfen mit erheblichen Umsatzeinbrüchen. Um diese gezielt zu unterstützen, hat die Bundesregierung gleich zu Beginn der Krise ein Soforthilfe-Programm für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige aufgesetzt, wodurch die Wirtschaft stabilisiert und Arbeitsplätze gesichert werden sollten. Um die Kaufkraft wieder anzukurbeln und die Nachfrage zu stärken, haben wir jüngst ein umfangreiches Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht. Ob und wie sich die Corona-Krise auf die kleinen Handwerksbetriebe im Emsland ausgewirkt hat, wollte ich bei meinem Besuch der Reitsportsattlerei in Dohren erfahren“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Alte Handwerkskunst, ausgeübt von einer Frau im Emsland? –In Dohren bietet Neomi Lammers seit 10 Jahren ihre Dienste auf dem hiesigen und überregionalen Markt an. So stellt sie Reitsportsattel überwiegend für Western- und FreizeitreiterInnen her, ändert diese aber auch auf Kundenwunsch individuell um oder bessert sie auf. Neben dieser Tätigkeit fertigt sie auch Gürtel und Taschen an. Zu einer ihrer ungewöhnlichen Produktionen gehörte die Herstellung eines  Sitzes eines Ultraleichtflugzeuges, den sie auf Kundenwunsch entsprechend entworfen und gestaltet hat.

Doch wie baut sich ein Reitsattel eigentlich auf? Dies erklärte die leidenschaftliche Handwerksmeisterin anschaulich anhand eines maßstabgetreuen Sattelbaumes und der Werkzeugsammlung: Herzstück des Sattels sei ein überwiegend aus Holz bestehendes Grundgestell. Dieses werde von einer Schreinermeisterin nach den individuellen Vorgaben hergestellt. Anschließend werden einzelne Versatzstücke aus Rindsleder zur Verkleidung und Auspolsterung des Sattels verwendet.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete De Ridder begrüßt die Philosophie der Unternehmerin, Rohstoffe nahezu ausschließlich aus ökologisch unbedenklicher Produktion zu verarbeiten. So stammt das Rindleder vorzugsweise aus süddeutschen Betrieben, denn dort, so Lammers, würden die Tiere noch auf Weiden gehalten, wodurch das Leder – anders als in der Stallhaltung – eine besonders gute Qualität erlange. Zudem werde das verarbeitende Leder auf pflanzlicher Basis gegerbt.

Die Auswirkungen der Corona-Krise waren für die Dohrenerin bisher kaum spürbar, da sie über volle Auftragsbücher verfügt und während des Lockdowns einige Aufträge erledigen konnte. Allerdings waren Besuche in den jeweiligen Pferdeställen nur unter besonderen Auflagen möglich. Inzwischen gebe es auch endlich einen Breitbandanschluss, sodass inmitten der Corona-Krise die Internetpräsenz ausgebaut und so der Bekanntheitsgrad erhöht werden könne. 

„Es ist wichtig, dass wir Frauen dazu ermutigen und stärken, handwerkliche Berufe zu ergreifen. Auch das Kunsthandwerk braucht mehr Frauen. Als langjährige Gleichstellungsbeauftragte weiß ich, wie schwer es Frauen häufig haben, als Unternehmerinnen in klassischen Männerberufen Fuß zu fassen. Mein Besuch bei Neomi Lammers hat einmal mehr gezeigt, dass Unternehmerinnen im Handwerk sehr erfolgreich sein können“, bekräftigt De Ridder abschließend.

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