Zu Besuch bei der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim

Nordhorn. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Gast bei der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim. Die Kreishandwerkerschaft vertritt die Interessen des selbständigen Handwerks in der Region und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Stärkung guter Arbeit. Im Fokus des Austausches mit Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks und Geschäftsführer Sascha Wittrock standen unter anderem Themen wie der Fachkräftemangel und die Veränderungen im Handwerk.

„Die deutsche Wirtschaft ist hervorragend aufgestellt, weil sie über einen starken Mittelstand mit erfolgreichem Handwerk und eine hervorragende berufliche Bildung verfügt. Damit dies auch so bleibt, sind wir in unserer Region auf gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte angewiesen. Dazu müssen wir in der Bundespolitik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Fachkräfte fehlen uns im Handwerk genauso wie in der mittelständischen Industrie. Diese sind aber das Rückgrat unseres aktuellen Wohlstandes. Schon heute ist es schwierig, zeitnah einen Termin mit einem Handwerker zu bekommen. Ein Problem, das mit dem steigenden Fachkräftemangel noch weiter zunehmen wird“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Die Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim ist die Interessensvertretung der Handwerksinnungen im Landkreis und stellt für seine Mitglieder eine breite Palette an Angeboten bereit. So gibt es vielfältige Beratungsangebote, zum Beispiel zur Existenzgründung, beim Marketing oder im Umgang mit Behörden, eine enge Betreuung für Lehrlinge und regelmäßige Veranstaltungen und Seminare gehören ebenso dazu.

Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks betonte im Gespräch die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung müsse gestärkt werden, auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken: Eine Ausbildung würde als gesellschaftlicher Abstieg gegenüber dem Studium wahrgenommen, auch erhofften sich die Meisterinnen und Meister bessere Verdienstmöglichkeiten mit einem abgeschlossenen Studium, was in der aktuellen Arbeitsmarktsituation nicht mehr der Fall sei. Eine andere Facette des Fachkräftemangels sei die zunehmende Angewiesenheit auf Auszubildende mit Migrationshintergrund, denn ohne diese fehle der Nachwuchs. Hierbei seien jedoch die Sprachprobleme eine Herausforderung, weswegen Hindriks für die Migrantinnen und Migranten mehr Angebote für intensivere Sprachförderung forderte.

Ein weiteres Gesprächsthema waren die Veränderungen im Handwerk und bei der Ausbildung. Der Geschäftsführer Sascha Wittrock bemerkte, dass sich mit einer Ausbildung inzwischen viele Karriereoptionen ergeben, zum Beispiel auch ein anschließendes Studium. Auch die Wertschätzung von Frauen im Handwerk wird mit Projekten wie dem Meisterinnenbrief gefördert. Die Digitalisierung mache auch vor dem Handwerk nicht Halt und bringe viele Veränderungen in der Branche. So wandelte sich der Automechaniker in wenigen Jahren zum hochtechnisierten Kfz-Mechatroniker und mit der E-Mobilität würde das Berufsfeld vor dem nächsten großen Wandel stehen. Kritik äußerte er an Onlineportalen zur Vermittlung von Handwerkern: Diese seien oft intransparent und die Handwerker nicht in Innungen aktiv, daher gebe es keinen hohen Qualitätsanspruch oder teilweise sogar Betrugsfälle.

„Die gesellschaftliche Stellung der Ausbildung muss sich deutlich verbessern. So selbstverständlich wie heute das Studium am Ende der schulischen Ausbildung steht, muss es ebenso selbstverständlich sein, nach dem Abitur eine Ausbildung zu beginnen. Als Sozialdemokratin ist es mir ein Herzensanliegen, das Handwerk und die berufliche Bildung zu stärken. Mit dem Arbeit-von-morgen-Gesetz verbessern wir die Fördermöglichkeiten für Beschäftige weiter. So können während des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld in kleineren und mittleren Unternehmen künftig bis zu 75 Prozent der Weiterbildungskosten durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen werden. Damit unterstützen wir gezielt den Übergang in eine neue Beschäftigung. Mit besserer Förderung und Weiterbildung wollen wir es schaffen, dass die Beschäftigten von heute auch die Arbeit von morgen machen können“, bekräftigt De Ridder abschließend.

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