Tierwohllabel schafft Transparenz – Dr. Daniela De Ridder zu Gast bei der Firma Klümper

Schüttorf. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte gemeinsam mit ihrer Landtagskollegin Karin Logemann das Familienunternehmen Klümper. Dort ließen sie sich vom Geschäftsführer Heinrich-Eckhard Klümper über das Unternehmen und seine Produktpalette informieren. Im Fokus des Gesprächs, bei dem auch Peter Albers und Giesbert Boermann vom SPD-Ortsverein Schüttorf anwesend waren, standen dabei insbesondere die Themen Nachhaltigkeit sowie die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. De Ridder betont, dass die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels Transparenz schaffe.

„Zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehört für zahlreiche Menschen auch ein “gutes Stück Fleisch”. Doch angesichts der nicht enden wollenden Serie von Skandalen in der Fleisch – und Lebensmittelproduktion fragen sich immer mehr Menschen, wie es eigentlich um die Qualität der Fleischerzeugnisse bestellt ist. Auch nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen in deutschen Fleischbetrieben stehen vor allem die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in der Kritik. Das Schüttorfer Familienunternehmen Klümper steht für einen anderen Weg – Qualität, Nachhaltigkeit und gute Arbeitsbedingungen”, zeigte sich  Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems, überzeugt.

Seit der Gründung vor rund 200 Jahren konzentriert sich die Firma Klümper auf die Verarbeitung und Veredelung von rohem Schinken. Dabei wird handwerkliche Tradition mit modernster Fertigungstechnologie in Einklang gebracht: Bereits vor dem Reifeprozess durchläuft der Klümper-Schinken rund 30 manuelle Arbeitsschritte. Jede Woche werden rund 18.000 Schweinekeulen als Rohware von namenhaften Betrieben, die zum Großteil aus dem Umkreis kommen, verarbeitet. Dabei wird von den Zulieferern erwartet, dass die Schweine eine adäquate, tiergerechte Aufzucht und Fütterung erhalten haben. Für die Qualitätssicherung und Einhaltung der Hygienestandards seien 2,5 Stellen vorgehalten und besetzt.

Allerdings: Im europäischen Vergleich geben die Deutschen vergleichsweise wenig für Lebensmittel aus. Ein Grund dafür sind unter anderem die niedrigen Lebensmittelpreise, zu denen auch das Verbraucherverhalten beiträgt: Viele Deutsche achten beim Kauf von Lebensmittel stark auf den Preis – nach Umfrage das zweitwichtigste Kriterium für den Kauf, nach der Herkunft der Lebensmittel.

„Es ist wichtig, dass wir die Verbraucherinnen und Verbraucher zu einem verantwortungsvollen und bewussten Kaufverhalten sensibilisieren. Das geht ganz praktisch, indem sie direkt in Hofläden und auf Wochenmärkte einkaufen und auf regionale Produkte sowie deren Herstellungsbedingungen im Supermarkt achten“, erläutert De Ridder. 

Damit die Verbraucherinnen und Verbrauchen nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen das Tier gelebt hat, setzt sich die SPD für ein ambitioniertes staatliches Tierwohllabel ein. Es könne nicht sein, dass die deutsche Lebensmittelindustrie die Standards in dieser Angelegenheit festlege und nicht der Staat. Daher ist es von großer Bedeutung, dass ein verbindliches Label auf den Weg gebracht wird, welches dann auch verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte kennzeichnet. Durch diese standardisierte und verlässliche Kennzeichnung der Haltungsbedingungen von tierischen Produkten können die Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt im Supermarkt den Tierschutz stärken, sind sich De Ridder und Logemann einig.

Aber auch das Thema Nachhaltigkeit und gelebter Umweltschutz wird bei Klümper großgeschrieben. Für die maximale Energie-Effizienz wird in innovative Technologien investiert. So wird mit speziellen Kälteanlagen, einem eigenen Blockheizkraftwerk und einer modernen Wärmerückgewinnungsanlage eine ressourcenschonende und damit klimafreundliche Produktion sichergestellt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat auch die Firma Kümper getroffen – sowohl die Absatzentwicklung als auch der Export seien eingebrochen. Seit einigen Wochen werde wieder in die USA geliefert. Man hoffe, dass es schnell wieder aufwärts gehe. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital”, sagt Heinrich-Eckhard Klümper im Gespräch mit den SPD-PolitkerInnen und fügt an „Die mittelständischen Familienunternehmen sind in einer schwierigen Sandwichposition zwischen wenigen sehr großen Schlacht- und Zerlegbetrieben, die noch dazu selbst immer stärker in die Verarbeitung gehen, sowie dem stark konzentrierten Handel, der zum Teil ebenfalls große eigene Produktionsbetriebe betreibt.“ „Deutschland hat seit dem 1. Juli 2020 die europäische Ratspräsidentschaft inne. Dies sollten wir dazu nutzen, auf europäischer Ebene verbindliche Standards für mehr Tierwohl und Transparenz einzuführen“, bekräftigt Dr Ridder abschließend.

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