SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder zuversichtlich bei Reform der Pflegeausbildung

Berlin. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder bewertet die angestrebte Reform in den Pflegeberufen als positiv. Mit dem nun gefundenen Kompromiss wird die Pflegeausbildung generalisiert und bietet den gelernten Pflegekräften im Anschluss mehr Einsatzmöglichkeiten sowie mehr Flexibilität in der Versorgung. Das Vorhaben soll in der kommenden Sitzungswoche verabschiedet werden.

„Die Pflege der Zukunft zu gestalten, ist eine besonders wichtige Aufgabe der Politik. Das haben wir erst kürzlich mit der zuständigen SPD-Berichterstatterin im Bundestag, Mechthild Rawert, bei einer Veranstaltung in Schüttorf diskutiert: Der demografische Wandel verlangt von uns kreative und zugleich pragmatische Lösungen in diesem Berufsfeld. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Pflegekräfte bereits jetzt mit einer hohen Belastung  und häufig bereits am Limit ihrer Kapazitäten arbeiten müssen. Da wir aber Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft  sicherstellen wollen, müssen wir auf die wachsenden Herausforderungen so reagieren, dass wir einerseits zugleich eine hohe Leistungs- und Versorgungsqualität sicherstellen, andererseits aber auch die Pflegekräfte mit ihrer hohen Belastung ernst nehmen und ihre Arbeit mehr wertschätzen. Wir brauchen also mehr gut ausgebildete Pflegekräfte und müssen uns für eine bessere Entlohnung der Pflege einsetzen. Das bedeutet zugleich, dass wir uns für bessere Pflegesätze einsetzen müssen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Die Generalisierung der Pflegeausbildung soll eine hohe Ausbildungsqualität sicherstellen; erst mit den Schwerpunktsetzungen zwischen Kinder- und Altenpflege soll im Qualifizierungsverlauf eine Spezialisierung erfolgen. Für mehr Flexibilität im Berufsfeld soll die Generalisierung dazu beitragen, dass die Pflegekräfte auch in ihrem späteren Berufsleben im jeweils anderen Bereich eingesetzt werden können. Der Weg der Spezialisierung wird als Option jedoch noch beibehalten: Nach der zweijährigen generalisierten Ausbildung besteht die Wahlmöglichkeit, einen klassischen, spezialisierten Abschluss zu absolvieren oder als Generalist abzuschließen.

„Wie sehr das Thema Pflege die Menschen beschäftigt, wurde noch einmal in der Diskussion deutlich. Die Befürchtung, dass die Generalisierung zu einer Abwertung des Pflegeberufes führen könnte, nehme ich sehr ernst.  Hier müssen wir sehr wachsam sein und deutlich machen, dass Pflege ein hochgradig professionalisiertes Berufsfeld ist, das nicht zum Nulltarif zu haben ist. Allerdings haben wir in dieser Legislaturperiode bereits mit den Pflegestärkungsgesetzen und der Reform für das Pflegepersonal in Krankenhäusern deutlich gemacht, dass wir bereit sind die Pflege zukunftsfähig aufzustellen: Die ab 2017 geleisteten 500 Millionen Euro für Pflegepersonalzuschläge für Krankenhäuser werden ab 2019 auf 830 Millionen Euro anwachsen und die Pflegekassen werden für die wachsenden Bedarfe ausgestattet, sodass hier jährlich fünf Milliarden Euro mehr für die Pflege zur Verfügung stehen. Da viele Bürgerinnen und Bürger mit dem Thema als Betroffene oder als pflegende Angehörige konfrontiert sind, möchten sie genau wissen, was wir für sie tun. Die Einbeziehung der Demenzerkrankung in die Pflegebedürftigkeit ist hier genauso bedeutend wie die Verbesserung der Qualität in der Pflegeversorgung und die Ausbildungsqualität. Ich lege daher großen Wert darauf, dass mit dem in den letzten Sitzungswochen zu verabschiedenden Gesetz bei der generalisierten Ausbildung eine Evaluation nach sechs Jahren festgeschrieben wird, die maßgeblich zur Entscheidung über die Weiterentwicklung der jetzigen Reform beitragen wird. Richtig ist, dass es hier gilt, wachsam zu sein und genau zu prüfen, welche Auswirkungen dann zu erkennen sein werden. Ich sehe darin auch eine Chance für die Anerkennung und die Wertschätzung der Pflegeberufe“, bekräftigt De Ridder.

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