Herzlake. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte gemeinsam mit dem SPD-Samtgemeindeverband Herzlake die Caritas Sozialstation und machte sich ein Bild. De Ridder kam dort unter anderem mit der Geschäftsführerin der Caritas Pflegedienst St. Elisabeth GmbH, Christine Sandmann, ins Gespräch. Deutlich wurde, dass der demografische Wandel insbesondere auch die ländlichen Regionen erfasst, worauf Politik und Gesellschaft vorbereitet sein müssen.

„Die Caritas ist einer der wichtigsten Wohlfahrtsverbände in Deutschland. Wir müssen vorausschauend auf die Herausforderung des demografischen Wandels reagieren, da mit dem steigenden Alter der Gesellschaft auch für die Caritas die Anforderungen steigen werden. Dabei arbeiten die Menschen in der Pflege bereits jetzt hart und an ihrer Grenze – sie müssen spürbar entlastet werden. Hier muss die Politik den eingeschlagenen Weg der Stärkung der Pflege konsequent fortsetzen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Bei dem Gespräch waren außerdem dabei der stellvertretende Pflegedienstleiter Dieter Rolfes, Paul Feierabend, Pflegedienstleiterin Annegret Weß-Engstenberg, Jonathan Renze, Aufsichtsratsvorsitzende Manuela Vorwerk, Horst Töller, Gerd Kempinski, Annegret Börger, Dietmar Glaner und der Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Gerd Schulterobben.

Die Caritas Pflegedienst St. Elisabeth GmbH hat zwei ambulante Einrichtungen in Haselünne und Herzlake sowie die zwei teilstationären Einrichtungen St. Angela und St. Elisabeth. Träger sind die St. Nikolaus Gemeinde in Herzlake sowie die St. Vincentus Gemeinde in Haselünne. Mit ihren rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut die Caritas St. Elisabeth rund 420 Patientinnen und Patienten. Geschäftsführerin Sandmann machte darauf aufmerksam, dass ein akuter Personalmangel in der Pflege besteht, der sich in Zukunft zuspitzen könnte, wenn nicht gehandelt wird.

„Wir haben hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter, viele Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikationen (z. B. im Wundmanagement oder in der Palliativpflege), denen auch Verantwortung zugetraut werden darf, die aber im Alltag nicht mal Pflegehilfsmittel ohne ärztliche Verordnung und Genehmigung einsetzten dürfen. Der bürokratische Aufwand kostet unsere Mitarbeiter, besonders auch die Leitungen, viel Kraft, Zeit und Motivation und geht an der Lebenswirklichkeit der Patienten und ihrer Angehörigen vorbei“, sagt Christine Sandmann, Geschäftsführerin der Caritas Pflegedienst St. Elisabeth GmbH.

Sandmann machte darüber hinaus darauf aufmerksam, dass neben dem dringend benötigten Nachwuchs die Pflege nicht als Wirtschaftszweig begriffen werden darf. Pflege ist der Dienst am Menschen und keine Dienstleistung im unternehmerischen Sinne. Bei einer Strukturierung der Pflege entlang des unternehmerischen Wirtschaftlichkeitsprinzips drohen die Grundbedürfnisse von auf Hilfe angewiesenen Menschen auf der Strecke zu bleiben. De Ridder und ihr Parteifreund Horst Töller teilten und unterstützten diese Auffassung. De Ridder betont, dass die Politik zum Beispiel durch die Pflegestärkungsgesetze reagiert hat und nun auch mit der Reform der Pflegeberufsausbildung die Herausforderung des Fachkräftemangels angeht.

„In dieser Legislaturperiode haben wir viel für die Pflege getan. Wir müssen jedoch wachsam bleiben und stets evaluieren, ob unsere Maßnahmen zielführend sind und sie tatsächlich Entlastung schaffen, um am Menschen orientiert zu bleiben. Bei der Reform der Pflegeberufsausbildung bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Beruf der Pflegekraft attraktiver machen und die geleistete Arbeit mehr würdigen. Dennoch darf dies nicht der letzte Schritt bleiben. Ich kann Frau Sandmann und ihrem Team nur beipflichten, dass der Bereich der Pflege keineswegs nur dem Profitprinzip gehorchen darf. Das geht aber nur mit einer starken SPD im Bund. Daher ist es für mich als Sozialdemokratin umso wichtiger, für soziale Gerechtigkeit zu streiten und für starke Innovation zu kämpfen“, bekräftigt De Ridder.