Nordhorn. Bei einem gemeinsamen Besuch des Luft- und Bodenschießplatzes Nordhorn-Range am Montag informierten sich die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder sowie ihr Fraktionskollege Wolfgang Hellmich, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundestages, über die aktuelle Situation vor Ort. Im Gespräch mit Oberst Jörg Wiederhold und Majoar Hanjo Neue auf dem Stützpunkt konnten auch kritische Fragen besprochen werden.

„Ich freue mich, dass die Betreiber der Nordhorn-Range signalisiert haben, dass sie an einem intensiven Austausch mit der Bevölkerung vor Ort sehr interessiert sind. Nur wenn die Bedenken und Sorgen aktiv besprochen werden, können sie langfristig aus der Welt geschafft werden“, sagt De Ridder bei dem Gespräch. Sie ergänzt: „Dazu gehört auch, dass sich die Bevölkerung ein eigenes Bild von der Situation auf dem Stützpunkt machen kann. Insbesondere habe ich dafür geworben, dass Gespräche zwischen den Betreibern und der Bürgerinitiative der Notgemeinschaft Nordhorn-Range stattfinden sollten.“

De Ridder und Hellmich informierten sich über den aktuellen Stand der Flüge und thematisierten, dass Nordhorn-Range der letzte verbliebene Truppenübungsplatz der Luftwaffe in Deutschland ist. Zum Gespräch standen der Kommandant der Nordhorn-Range, Major Hanjo Neue, sowie Oberst Jörg Wiederhold, der erste Kommandeur der Truppenübungsplatzkommandantur Nord, bereit.

De Ridder sprach auch kritische Punkte an, die derzeit die Gespräche über die Nordhorn-Range bestimmen. Dazu gehörten neben der Diskussion über die während einer Übung verlorene Probemunition, auch die Belastungen durch Fluglärm und die Sicherheitsbedenken bezüglich des Kernkraftwerkes in Lingen.

Major Neue erläuterte auf De Ridders Nachfrage, dass seit 2001 rund eine Million Stück Munition am Stützpunkt geräumt wurde. Zudem sei der Luftraum über dem AKW Lingen weiträumig für den Überflug gesperrt. Übungsflüge bei trübem Wetter, aber auch während der Schulferien oder bei Schützenfesten versuche man zu vermeiden, um die Lärmbelastungen gering zu halten.

„Die verlorene Probemunition bleibt ein Ärgernis. Es beruhigt mich aber, dass der verantwortliche technische Fehler behoben wurde und die Standards für die Flugsicherung deutlich verschärft wurden. Jedoch zeigt sich hier auch, wie notwendig Trainingseinsätze für die Luftwaffe sind“, gibt die Schüttorferin zu bedenken. „Es muss aber immer darauf geachtet werden, dass die Sicherheit der Bevölkerung im Mittelpunkt steht. Auch die Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner müssen möglichst gering gehalten werden“, ergänzt die SPD-Politikerin.

De Ridder wertet den Besuch positiv. Wichtig sei, dass alle Akteure den Dialog miteinander suchen. „In der aktuellen weltpolitischen Großwetterlage ist eine Schließung wohl unrealistisch“, bedauert De Ridder.

Die Abgeordnete bedankt sich ausdrücklich bei Wolfgang Hellmich für dessen Interesse sowie bei Major Neue und Oberst Wiederhold für die zahlreichen Informationen. Dies sei ein Signal, dass Nordhorn auch in der Bundespolitik deutlich wahrgenommen werde.