SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder bei Stammtisch in Nordhorn: Flüchtlingspolitik für die Menschen vor Ort transparent machen und aktuelle politische Herausforderungen thematisieren

Nordhorn. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder lud zum Stammtisch nach Nordhorn ein. Im Mittelpunkt stand das Thema der Asyl- und Flüchtlingspolitik, da sich viele Bürgerinnen und Bürger über die neuen Entwicklungen informieren wollten. Auch Fragen zur Bekämpfung von Fluchtursachen wurden thematisiert.

„In der Grafschaft gibt es einen großen Diskussionsbedarf zum Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik, dem ich gerne nachkomme. Nach den turbulenten letzten Wochen sehe ich uns Politikerinnen und Politiker in der Pflicht, gesellschaftliche Herausforderungen zu thematisieren und für Konflikte Problemlösungen zu finden. Zuwanderung und Integrationspolitik müssen wir aber ruhig und bestimmt ansprechen. Allerdings mache ich auch keinen Hehl daraus, dass mich die Versäumnisse der Vorgängerregierung sehr ärgern. Längst hätten wir so etwa ein Zuwanderungsgesetz haben müssen. Die SPD- Bundestagsfraktion fordert dies seit Langem, stößt dabei aber bei Unionspolitikern auf Widerstand“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems und Mitglied der AG Migration der SPD-Bundestagsfraktion.

„In jüngster Zeit gab es in der Öffentlichkeit Unsicherheit über die Regelungen  zum Asylpaket II. Dabei geht es insbesondere um den Familiennachzug für Menschen, die unter dem sogenannten ‚subsidiären Schutz‘  stehen. Zuweilen können auch bei abgelehnten Asylanträgen Menschen nicht ohne weiteres zurückgeschickt werden – zum Beispiel wenn eine Abschiebung aus humanitären Gründen nicht möglich ist. Der Familiennachzug der Eltern für unbegleitete Minderjährige soll durch Härtefallregelungen sehr wohl möglich sein. Wie sich das in der Praxis entwickelt, bleibt abzuwarten. Da muss ich auch um etwas Geduld bitten. Persönlich halte ich nichts von der Begrenzung des Familiennachzugs, weil wir jetzt auch vermehrt Frauen und Kinder zu einer gefährlichen Flucht über das Mittelmeer zwingen“, so De Ridder weiter.

Bei der Diskussionsveranstaltung ging es nicht nur um Flucht und Migration, sondern auch um die Frage, wie Fluchtgründe beigelegt und wie Integration gelingen kann. Eine der Diskussionsteilnehmerinnen machte darauf aufmerksam, dass gerade Nordhorn als ehemaliger Textilstandort schon immer von Menschen aus unterschiedlichen Ländern angesteuert worden sei und stets seine Willkommenskultur unter Beweis gestellt habe. Für eine gelingende Integration sei es aber unbedingt notwendig, dass die Flüchtlinge gute Sprachkurse erhielten, kulturelle Unterschiede akzeptierten und eine Chance bekämen, sich in Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das nehme ich sehr gerne auf, denn ich suche immer wieder Betriebe und Unternehmen, die Ausbildungsplätze und Praktika anbieten. Integration ist aus meiner Sicht ein beidseitiger Prozess, bei dem auch wir, die bereits länger hier leben, neue interessante kulturelle Entdeckungen machen können“, zeigte sich De Ridder überzeugt.

„Wir brauchen auch stetige Begegnungsmöglichkeiten zwischen Zugewanderten und Einheimischen, damit ganz unterschiedliche Menschen sich kennenlernen und verstehen können. Integration braucht Begegnung, denn das baut Vorurteile ab und bietet die Chance, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht verfangen können. Ich bin daher sehr dankbar, dass beim Stammtisch auch Flüchtlinge aus Syrien dabei waren. An diesem Abend hat mir die offene Diskussion sehr gut gefallen und bestärkt mich in der Fortsetzung des Formats des Bürgerdialogs über Stammtische in der Region“, bekräftigt De Ridder.

Das Stammtischformat wird demnach fortgesetzt, wobei keine Orte aus der Grafschaft oder dem Emsland ausgeschlossen werden. De Ridder ruft deshalb dazu auf, ihr Vorschläge über wichtige Themen der Bundespolitik zukommen zu lassen. Wenn es ein wachsendes Interesse gibt, wird dazu ein Stammtisch organisiert, bei dem sich alle Interessierten einbringen können.

Für Vorschläge wenden Sie sich bitte per Mail an: daniela.deridder.ma02@bundestag.de

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