Schüttorf. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte mit dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Wolfram De Ridder das inhabergeführte Familienunternehmen Rofa Bekleidungswerk GmbH in ihrer Heimat Schüttorf und kam mit der Geschäftsführerin Silke Kamps und Betriebsleiter Manfred Herbers ins Gespräch. Das Unternehmen Rofa produziert und vertreibt Schutz- und Arbeitsbekleidung für eine große Bandbreite an Berufen, zumeist im technischen Bereich. De Ridder zeigte sich von der Qualität des heimischen Unternehmens überzeugt.

Das Unternehmen Rofa besteht seit 1897 und zählt heute rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Produktpallette gehört zum Beispiel Schutz- und Arbeitskleidung für Raffinerien und Energieversorger, die Stahlindustrie oder auch für Jobs in der Chemie- oder Schiffsindustrie. Zu den Kunden des mittelständischen Unternehmens gehören namhafte Kunden – für die Anforderungen an die Arbeitskleidung gelten höchste Ansprüche, da sie oftmals im Umgang mit Gefahrgut zum Einsatz kommt. Dabei finden sämtliche Arbeitsschritte bei Rofa direkt im Hause statt. Die vertikale Produktionsstruktur verschafft Rofa neben einem sehr wichtigen Qualitätsvorteil eben auch eine hohe Flexibilität. Das wird am Markt sehr geschätzt. Neben einer guten Auftragslage gibt es allerdings – wie bei vielen weiteren Unternehmen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland – Probleme bei der Gewinnung von Nachwuchsfachkräften.

„Es ist sehr erfreulich, dass das Unternehmen Rofa in Schüttorf eine Erfolgsgeschichte schreiben kann – davon profitiert unsere Region durch solide Arbeitsplätze. Von der Qualität der Produkte konnte ich mich selbst überzeugen und bin gewiss, dass das Unternehmen weiterhin sehr erfolgreich sein wird. Fachkenntnisse und große Sorgfalt sind dabei für das Unternehmen von großer Bedeutung, da gerade die Menschen, die bei ihrer Arbeit mit Gefahrgut umgehen, sich ausreichend schützen können müssen. Hier bietet das Unternehmen für so gut wie alle Kategorien etwas Passendes an und ist heute ein echter Hightech-Betrieb“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Bei dem Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten stellten die Geschäftsführerin Silke Kamps und Betriebsleiter Manfred Herbers das Unternehmen und die Produkte näher vor. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeits- und Schutzkleidung sehr individuellen Ansprüchen genügen muss. So gibt es etwa große Unterschiede in der Anforderung einer Schutzkleidung. In vielen Fällen muss die Kleidung auch einer Vielzahl von Belastungen standhalten, da oft ein direkter Kontakt zu gewissem oder auch mehrfachem Gefahrgut nicht zu vermeiden ist. Jede Schutzkleidung wird entsprechend der jeweiligen Schutzanforderung von einer akkreditierten und notifizierten Prüfstelle geprüft und zertifiziert. Das Unternehmen hat damit höchste Ansprüche an das Material. Die Forschung in der Materialentwicklung voranzubringen, ist daher auch eines der generellen Unternehmensziele. Hilfreich sei dabei auch die Kooperation mit der Fachhochschule Niederrhein und anderen Hochschulen – für De Ridder, die in der SPD-Bundestagsfraktion sowohl Berichterstatterin für alle Fachhochschulen als auch für Forschung und Entwicklung bei mittelständischen Unternehmen ist, eine erfreuliche Information.

Zur Gewinnung von Fachkräfte unternimmt das Unternehmen diverse Anstrengungen, zu denen neben der Mitbestimmung auch die gute Bindung zum Unternehmen gehört. Kamps betonte in diesem Zusammenhang, dass jetzt gerade die duale Ausbildung gestärkt und deutlich attraktiver gemacht werden müsse. Dabei bringe die Tätigkeit in ihrem Unternehmen auch ein hohes Maß an Verantwortung mit sich, da Schutzgewebe und -kleidung eben auch ganz spezielle Ansprüche an Know How, Qualität und Design stellen. Rofa legt großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung, aber auch auf das Vorhandensein von Eigeninitiative, Selbstorganisation und Verantwortungsbewusstsein. Rofa hat zudem jetzt das Ökotex STeP-Nachhaltigkeitszertifikat Level 3 erworben. Dieses Zertifikat zeichnet Textilunternehmen aus, die über den gesamten Textilprozess nachhaltig und sozial gerecht produzieren.

„Die Notwendigkeit den Fachkräftenachwuchs zu stärken ist eine große Herausforderung mit akutem Handlungsbedarf. Es zeichnet sich das klare Bild ab, dass unsere Region auch von der bundespolitischen Ebene noch deutliche Unterstützung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels erfahren muss. Dabei sind weitere Schritte notwendig: Unsere Region kann mit anspruchsvollen Tätigkeitsfeldern aufwarten; dies gilt auch für die verbleibenden Unternehmen in der Textilbranche und es ist äußerst bemerkenswert, in welcher Weise die Geschäftsleitung ihr Unternehmen während und nach der Textilkrise umgebaut hat. Aber auch hier zeigt sich, dass der Bedarf  an qualifizierten Fachkräften groß ist. Gerade im Textilbereich werden aber die zahlreichen lokalen Initiativen sowie regionalen Vorhaben zur Anwerbung von Fachkräften kaum ausreichen. Umso mehr benötigen wir auf der bundespolitischen Ebene in Land und Bund Beauftragte und Staatsminister für die regionale Strukturentwicklung. Ferner muss sich die zukünftige Bundesregierung mit deutlich größerer Anstrengung als bisher den ländlichen Räumen und ihrer Strukturentwicklung zuwenden; hier zeigt sich, dass dies vom Landwirtschaftsminister in der vergangenen Legislaturperiode sträflich vernachlässigt wurde “, bekräftigt De Ridder.