Qualvolles Kükenschreddern verhindert

Nordhorn/Grafschaft Bentheim. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder gratuliert dem Landwirt Gunnar Leferink zur Auszeichnung beim Landwirtschaftspreis CERES Award. Sie hatte den innovativen Geflügelhof der Familie Leferink zuvor besucht und sich bei ihm und seiner Familie über seine innovative Methode informiert, die das qualvolle Töten von männlichen Küken verhindert. De Ridder betont, dass es wichtig ist, die Standards in der Tierhaltung weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dafür wünscht sie Gunnar Leferink auch weiterhin viel Erfolg und gute Ideen.

„In Deutschland findet aktuell ein deutlicher Umschwung statt: Immer mehr Verbraucher*innen lehnen eine intensive Nutztierhaltung mit nicht tiergerechten Haltungsbedingungen ab. Dabei stehen etwa die Eingriffe an den Tieren wie das Kürzen von Schnäbeln oder Schwänzen, der Einsatz von Antibiotika oder auch das Kükenschreddern im Mittelpunkt der Kritik. Zahlreiche Landwirt*innen sind bereit und hochmotiviert, die Tierhaltung durch innovative Maßnahmen zu verbessern. So auch der Nordhorner Geflügelwirt Gunnar Leferink, der mit seinem innovativen Verfahren verhindert, dass männliche Eintagsküken getötet werden. Dies ist beispielgebend für eine ganze Branche. Ich gratuliere ihm dafür sehr herzlich und wünsche ihm, dass er viele Nachahmer*innen ermutigen kann“, betont Dr. Daniela De Ridder, SPD- Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Rund 45 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr in Deutschland kurz nach dem Schlüpfen routinemäßig getötet – sie werden bei lebendigem Leib zerhäckselt oder mit Gas erstickt. Die Methode des „Kükenschredderns“ ist seit Jahrzehnten gängige Praxis in der Geflügelindustrie. Vor allem sind es finanzielle Erwägungen, die den männlichen Küken zum Verhängnis werden: Sie zu Hähnen heranzuziehen, ist zu aufwendig und zu teuer – schließlich legen sie keine Eier und setzen nicht so viel Fleisch an.

Doch der 29-jährige Junglandwirt Gunnar Leferink nutzt auf seinem 50 Hektar großen Betrieb ein innovatives Seleggt-Verfahren, mit dem das Geschlecht der Küken bereits im Ei bestimmt werden kann. So müssen für seine Legehennen keine männlichen Eintagsküken mehr getötet werden. Die neue Technik führe zu Mehrkosten von zwei Cent pro Ei – das sei es ihm aber allemal wert, schließlich sorge er so für deutlich mehr Tierwohl, sind sich Leferink und De Ridder einig. Für dieses innovative Engagement wurde der Legehennenhalter nun mit dem 2. Platz beim CeresAward der Zeitschrift „agrarheute“ in der Kategorie Geflügelhalter ausgezeichnet.

Als erstes Land verbietet Deutschland auf Drängen der SPD-Bundestagsfraktion nun ab 2022 das Töten von Eintagsküken – dann sollen alternative Verfahren auf breiter Front einsetzbar sein, um das Geschlecht im Ei zu erkennen und männliche Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen. Ab Anfang 2024 sollen dafür dann nur noch Methoden erlaubt sein, die bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt beim Brüten der Eier funktionieren. So können Schmerzen für die männlichen Embryoküken vermieden werden.

Für Gunnar Leferink sind gesunde und glückliche Hennen eine hohe Motivation. Der Junglandwirt setzt dabei auch auf Direktvermarktung, die seiner Ansicht nach zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. Neben dem Verkauf seiner frischen Eier auf dem eigenen Hof liefert er täglich seine Produkte an Supermärkte der Region oder auch  direkt an Hotels, Bäckereien und auch  der Nordhorner Tierpark zählt zu seinen Kund*innen.

Neben der Stärkung der landwirtschaftlichen Betriebe, der sich De Ridder auch als Mitglied der Kreislandfrauen Grafschaft Bentheim verpflichtet fühlt, sieht sie beim Kauf direkt vom Erzeugerbetrieb vor allem auch Vorteile für die Umsetzung einer bewussten und gesunden Ernährung. Schließlich stehen die Betriebe selbst für die Qualität ihrer Erzeugnisse ein: „Wir müssen Anreize schaffen, damit die landwirtschaftlichen Betriebe gestärkt werden und eine nachhaltige Ausrichtung sowie die fortwährende Verbesserung des Tierschutzes belohnt werden. Gunnar Leferink hat mit seinem innovativen Verfahren bewiesen, dass schon jetzt mehr Tierwohl in deutschen Geflügelställen möglich ist. Ich freue mich über die Preisverleihung des CeresAward, bei der ich online anwesend sein kann, um unseren Nordhorner Pionier persönlich zu seiner Auszeichnung zu gratulieren”, betont De Ridder abschließend.

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