Perspektiven für eine gesamte Generation

Migrationskomitee der OSZE-PV besucht Gaziantep

Gaziantep – Die Delegation des Migrationskomitees der OSZE-PV unter Leitung von Dr. Daniela De Ridder setzte ihre Reise in die Türkei mit einem Besuch des temporären Unterbringungszentrums in Adana Sarıçam fort.

Es ist das größte Lager des Landes, in dem aktuell etwa 12.500 Syrer:innen leben. Es umfasst Schulen, Gesundheitszentren, Moscheen und andere Einrichtungen. Die Delegation sprach zudem mit dem Gouverneur von Adana und dem Bezirksgouverneur von Sarıçam.

„Auffallend ist in dem Lager die große Anzahl der Kinder“, berichtet doe SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder. In der Begegnung mit ihnen werde deutlich, worum es geht: „Sie brauchen dringend Schutz und Perspektiven, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung“, stellte die Vizepräsidentin der OSZE-PV klar. Eine ganze Generation friste ihr Dasein in diesem Schwebezustand auf der Flucht, weil Konflikte und Umweltkatastrophen ihnen ihre Heimat genommen hätten, so die De Ridder.

In Gaziantep sprachen die Delegierten mit dem Bürgermeister, örtlichen Behörden, Vertreter:innen des UNHCR, von UNICEF, IOM und WFP und Vertreter:innen von Nichtregierungsorganisationen. Sie besuchten ein Containerlager für syrische Erdbebenopfer in Islahiye und neue Wohneinheiten für die betroffene Bevölkerung in der Region.

Das Erdbeben traf die Gebiete im Südosten des Landes nahe der syrischen Grenze, in der sich eine große Geflüchtetenpopulation aufhielt, sowie Nordsyrien. Fast 54.000 Menschen wurden in der Türkei durch das Erdbeben getötet, davon 7.742 ohne türkische Staatsangehörigkeit. Darüber hinaus wurden weitere 107.000 Menschen verletzt.

Die Corona-Pandemie und nun das schreckliche Erdbeben habe die Arbeit in der Versorgung Geflüchteter und der Steuerung von Migration weiter erschwert, mahnt Dr. De Ridder. „Um die Sicherheit und Menschenwürde der Geflüchteten zu gewährleisten, die Belange besonders vulnerabler Gruppen zu achten und nachhaltige Perspektiven für diese Menschen zu schaffen, braucht es dringend mehr internationale Unterstützung“, unterstreicht die SPD-Politikerin.

„Diese Überzeugung werde ich in meine weitere Arbeit in der OSZE und im Bundestag tragen“, verspricht De Ridder.

De Ridder zeigte sich dankbar all jenen gegenüber, die diese Reise ermöglicht haben: „Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen des Migrationskomitees, dem OSZE-Büro, allen Gesprächspartner:innen und Regierungsvertreter:innen, Fahrer:innen und Dienstleistenden. Ganz besonders danke ich Kemal Çelik. Er ist im türkischen Parlament Sprecher des Auswärtigen Ausschusses und war unser großartiger Gastgeber während der gesamten Reise.“

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