Nachtschicht bei der Bundespolizei

Bad Bentheim. SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder begleitete Beamte der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim auf einer Nachtfahrt und erlebte hautnah deren Alltag.

Innere Sicherheit – und somit auch die Arbeit der Polizei – ist ein Thema, das gerade viele Menschen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland stark bewegt, nicht erst seit den Vorfällen beim Hamburger G20-Gipfel, bei dem auch zahlreiche Polizeikräfte aus unserer Region im Einsatz waren. Terroranschläge, Angriffe auf Flüchtlingsheime, organisierte Kriminalität – trotz generell sinkender Kriminalitätsraten steigt die Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger.

Um den Alltag der Bundespolizei noch besser kennen zu lernen, hospitierte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder nun bei der Bundespolizei und begleitete sie bei ihrem nächtlichen Einsatz. Michael Fickers als stellvertretender Inspektionsleiter begrüßte De Ridder und machte deutlich, dass solche Besuche, gerade in der heutigen Zeit, ein Zeichen der Wertschätzung der Bundespolizei seien, die von den Mitarbeitern sehr positiv gesehen werde.

19.00 Uhr, in den umliegenden Wohnhäusern sitzen Familien vermutlich gerade beim Abendessen, für die Bundespolizisten – und an diesem Tag auch für die SPD-Politikerin – beginnt die Nachschicht. Lagebesprechung mit Bastian Miesch, Kai Chriske, Michael Fickers und Dieter Ratering. „Lange Tage und gelegentliche Nachtschichten sind für mich keine Seltenheit, gerade in den Sitzungswochen wird noch bis in die späten Abendstunden gearbeitet und häufig auch bis nach Mitternacht im Plenarsaal debattiert. Heute aber bei der Polizei hospitieren zu können, ist durchaus eine andere, sehr spannende Erfahrung“, beschreibt Dr. Daniela De Ridder ihr Anliegen.

Während der Fahrten hatte De Ridder Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den Beamten. Dabei interessiert sie auch, wie die Polizisten mit Stress umgehen und was ihnen in ihrem Berufsalltag am meisten Sorgen bereitet. „Mir ist es wichtig, engen Kontakt mit verschiedenen Akteuren zu halten, und die Lebensrealität nicht nur aus Erzählungen kennen zu lernen, sondern mir auch ganz unmittelbar einen eigenen Eindruck zu verschaffen“, erklärte De Ridder.

Auf ihrer nächtlichen Fahrt bekam De Ridder dann tatsächlich einen vertiefenden Eindruck der Polizeiarbeit und konnte erleben, mit welchen Situationen die Beamten konfrontiert sind. So wurde stichprobenweise bei den Kontrollen auf der Autobahn Fahrzeuge angehalten. Allein in den wenigen Stunden, in denen De Ridder die Beamten begleitete, kam es zu mehreren Buskontrollen und verschiedenen Personenkontrollen – darunter ein Verstoß gegen das Betäubungsmittegesetz und ein gefälschter Pass. Als Grenzregion zu den Niederlanden nimmt gerade die Drogenfahndung einen großen Anteil der Zeit ein. Dabei kooperieren die im Grenzgebiet eingesetzten deutschen und niederländischen Dienststellen unkompliziert und kompetent miteinander.

Sorgen macht den Beamten der Nachwuchsmangel. Noch immer gibt es zu wenige Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund bei der Polizei. Umso wichtiger ist es, das Vertrauen der Deutschen in den „Freund und Helfer“ zu wahren. Im Gespräch mit den Beamten wurde deutlich, wie vielfältig die Aufgaben der Bundespolizei ist: Grenzschutz, Sicherheit in Zügen und auf Bahnanlagen, Polizeibegleitung von gewaltbereiten Fußballfans sowie im zivilen Luftverkehr.

Deutlich wurde für De Ridder auch, wie wichtig es ist, dass die Polizisten die Chance erhalten, sich laufend weiterzubilden, damit sie für die verschiedenen Anforderungen gut gerüstet sind. Gerade bei den Einsätzen rund um G20 wurde noch einmal erkennbar, wie herausfordernd die Arbeitsbedingungen sind: Die Polizisten waren überdurchschnittlich lange im Einsatz, bei kaum vorhandenen Ruhepausen, waren einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt und mussten gleichzeitig Beschimpfungen aus der demonstrierenden Menge ertragen. „Für ihren Einsatz gilt ihnen mein besonderer Dank”, unterstreicht die SPD- Bundestagsabgeordnete.

De Ridder lobt in diesem Zusammenhang das geplante Trainingszentrum in Wietmarschen-Lohne: „In verschiedenen Szenarien werden die Polizisten erproben, worauf es im Berufsalltag ankommt. Denn uns ist allen klar: die Einsätze der Polizei werden nicht ungefährlicher – eher im Gegenteil – gleichzeitig droht der Respekt vor diesem Berufsstand zu sinken. Dabei können wir den Frauen und Männern dankbar sein für ihr Engagement und ihr Herzblut bei der Arbeit.“

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