Lingen. Anlässlich des Europatags an Schulen besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder die Berufsbildende Schule Lingen Wirtschaft. Sie kam dabei mit Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Grosse sowie mit weiteren Mitgliedern der Schulleitung zusammen. Vor rund 100 Schülerinnen und Schülern sprach sie über die Bedeutung der Europäischen Union (EU). De Ridder machte deutlich, dass gerade die Wirtschaftsberufe von der Entwicklung in der EU betroffen sein werden.

„Die Bedeutung der EU und deren aktuellen Entwicklungen betrifft uns alle – gerade auch die regionale Wirtschaft. Das Aufkommen rechtspopulistischer Parteien in diversen Nachbarländern und gerade auch hier in Deutschland muss uns mit großer Sorge erfüllen. Deshalb ist es umso wichtiger, für die europäischen Werte der grenzüberschreitenden Gleichberechtigung, Toleranz und Einigkeit zu werben – auch gerade bei Schülerinnen und Schülern“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

De Ridder berichtete bei ihrem Vortrag über ihre Arbeit im Bundestag als Mitglied im Bildungsausschuss und als stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Parlamentariergruppe. Zu den Eckpfeilern der grenzüberschreitenden politischen Arbeit gehört die Stärkung der Bildungspolitik – Mobilität ohne Ländergrenzen ist dort ein wichtiger Bestandteil. „Als Europaschule stehen für uns neben den seit Jahrzehnten funktionierenden Partnerschaften mit Bielawa in Polen und jetzt auch mit Jerez de la Frontera in Spanien Wirtschaftsprojekte mit unseren niederländischen Nachbarn des Alfa-Colleges in Hoogeveen im Fokus. Unser Ziel ist, auch regional Brücken zu bauen zwischen deutschen und niederländischen Schülern, um auch den Anforderungen der Wirtschaft an zukünftige Fachkräfte sowohl im Emsland als auch in der Provinz Drente gewachsen zu sein“, bestätigt auch Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Grosse.

„Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung Europas und der EU darzulegen und sie auf ihre Chancen bei der grenzüberschreitenden Mobilität aufmerksam zu machen. Dies gilt auch für die Berufsbildenden Schulen, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen sind und für die ich sehr gerne eine Lanze brechen möchte. Weil sich die SPD-Bundestagsfraktion substanziell für die berufliche Bildung einsetzt,  macht sie sich auch für ein Berufsbildungsgesetz stark. In Zukunft wird es auf die junge Generation mehr denn je ankommen und ich möchte als Bildungspolitikerin und überzeugte Europäerin meinen Beitrag dazu leisten, dass Chancen ausgebaut, geschaffen und genutzt werden. Wenn wir ein integratives und menschenwürdiges Europa bleiben wollen, dann ist die Europäische Einigung einer der bedeutendsten Prozesse unserer Zeit. Dies gilt gerade aktuell auch für die Frage von Flucht und Zuwanderung. In unserer Region sind wir aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels dringend auf Zuwanderung angewiesen. Ich bin daher der festen Überzeugung, dass wir ein Integrations- und Einwanderungsgesetz benötigen. Dafür werde ich mich einsetzen“, bekräftigt De Ridder.

Seitens der Schulleitung, die sich darüber freute, dass die Bildungspolitikerin sich gezielt eine berufsbildende Schule ausgesucht hat, wurde kritisch angemerkt, dass nicht nur der europäische Gedanke zähle, sondern auch bereits zwischen den Bundesländern – etwa bei der Gewinnung von Referendarinnen und Referendaren – eine engere Zusammenarbeit stattfinden müsse. Da De Ridder für die SPD-Bundestagsfraktion Berichterstatterin für die Qualitätsoffensive Lehrerbildung ist, wurde sie gebeten, sich für die Aufhebung des Kooperationsverbotes und für eine attraktive Besoldung für Lehrerinnen und Lehrer einzusetzen. Insbesondere für Fachlehrpersonal in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fehle es an Nachwuchs.

Oberstudiendirektor Grosse zeigte sich erfreut über das Interesse von Frau De Ridder an den Bildungsgängen und Weiterbildungsmöglichkeiten, wie zum Europakaufmann, an den BBS Lingen Wirtschaft. De Ridder dankte der Schulleitung für das konstruktive Gespräch und den Schülerinnen und Schülern für ihr großes Interesse.