Grafschaft Bentheim. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war bei der „Arbeitsgemeinschaft Pflege Grafschaft Bentheim“ zu Gast und trat unter der Moderation des Leiters des Pflegedienstes der EUREGIO-Klinik, Bernhard Alsmeier, mit den Vertreterinnen und Vertretern der 14 Pflegeeinrichtungen der Region in den Dialog. De Ridder betonte, dass die Politik nach Verabschiedung der Pflegestärkungsgesetze in eine Phase der umfassenden Evaluation treten müsse.

„Die Pflege ist eines der wichtigsten Themen für die Bürgerinnen und Bürger, da sich alle im Zuge einer zum Glück steigenden Lebenserwartung mit der Frage des würdevollen Alterns auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur um die eigene Situation, sondern gerade auch um die einem nahestehenden Menschen, die wir im Falle der Pflegebedürftigkeit in guten Händen wissen wollen. Mit den drei Pflegestärkungsgesetzen haben wir uns in dieser Legislaturperiode intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und einige gute Akzente setzen können. Nun gilt es sorgsam zu prüfen, ob wir mit den Initiativen auch die Lage der Pflegenden und zu Pflegenden verbessert haben“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

De Ridder verwies darauf, dass sie seit langem eine Verfechterin der Einrichtung einer Pflegekonferenz ist. „Dazu ist es aber auch wichtig, dass die Einrichtungen miteinander kooperieren so wie sie es in ihrer Arbeitsgemeinschaft tun“, ermutigt De Ridder die teilnehmenden Einrichtungen.

Im Laufe dieser Legislaturperiode wurden die Pflegestärkungsgesetze I-III verabschiedet, die ein neues und ineinander aufbauendes System der Pflege geschafft haben. Von der Etablierung eines Pflegevorsorgefonds für die Stärkung der Generationengerechtigkeit über die Etablierung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes bis hin zur stärkeren Vernetzung beteiligter Akteure wurden diverse neue Regelungen und Maßnahmen umgesetzt. De Ridder betont, dass es nun gilt, aufmerksam zu prüfen, wie sich die Reformen in der Praxis auswirken und an welchen Stellen ein deutlicher Verbesserungsbedarf besteht. Grundsätzlich wurde deutlich, dass die Berufsgruppe der Pflegerinnen und Pfleger mehr Wertschätzung bekommen muss, was sich konkret auch in der Entlohnung niederschlagen muss.

„Allein in der Grafschaft Bentheim sind rund 3000 Menschen in der Pflege beschäftigt. Dabei herrscht auch wegen des Personalmangels in diesem Berufszweig ein harter Arbeitstakt, was aufgrund der Verantwortung der Pflegekräfte nicht zumutbar ist. Wir müssen uns dringend für eine bessere Entlohnung einsetzen und zudem dafür Sorge tragen, dass die Pflegeberufe insgesamt besser ausgestattet werden“, bekräftigt De Ridder.

In dem Gespräch wurde zudem deutlich, dass die Zielvorstellung des Bürokratieabbaus durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff in der Praxis an einigen Stellen bisher noch nicht funktioniert hat. Darüber hinaus wurde deutlich, dass ein eklatanter Personalmangel in der Pflege auch regional bedingt ist, da die Pflegeberufe in einigen anderen Bundesländern mit durchschnittlich 300 bis 400 Euro mehr Bruttolohn besser bezahlt werden. De Ridder machte deutlich, dass regionalen Unterschieden in der Entlohnung entgegengewirkt werden muss, damit bestimmte Landkreise nicht unterversorgt sind. De Ridder verwies dazu auch auf die Verantwortung des Landrates sowie der Kreisverwaltung.

Für die ausführlichen Informationen und Hintergründe dankt Dr. Daniela De Ridder der Arbeitsgemeinschaft Pflege und sagt – im Falle eines erfolgreichen Abschneidens bei der Bundestagswahl – eine Fortführung und Intensivierung des Dialogs zu.