Botschafterin Anne-Marie Descôtes (links) mit Dr. Daniela De Ridder bei der Verleihung

Dr. Daniela De Ridder hat den Ritterorden der Französischen Ehrenlegion erhalten

Berlin. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder wurde in Berlin mit dem Ritterorden der Französischen Ehrenlegion geehrt, der ranghöchsten Auszeichnung der unseres Nachbarlandes. De Ridder hat sich durch ihre langjährige politische Arbeit um die deutsch-französischen Beziehungen verdient gemacht und wurde dafür nun von der Französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes und mit Heiko Maas und Martin Schulz als Laudator*innen ausgezeichnet.

„Dies ist ein sehr emotionaler Moment für mich: Die Auszeichnung mit dem Ritterorden der Französischen Ehrenlegion ist für mich als Außenpolitikerin eine ganz besondere Ehre. Die deutsch-französischen Beziehungen sind mir als überzeugte Europäerin eine Herzensangelegenheit. Mit der engen und freundschaftlichen Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland haben wir im Laufe der vergangenen Jahrzehnte und ganz besonders durch die Überwindung der Feindseligkeit nach zwei Weltkriegen eine friedliche und erfolgreiche Geschichte der Europäischen Einigung geschrieben“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Die Französische Botschafterin Descôtes lobte in ihrer Rede den außergewöhnlichen Einsatz De Ridders für die deutsch-französischen Beziehungen. De Ridder stecke all ihre Dynamik und Energie in die Freundschaft der beiden Länder. In ihren Ämtern als stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, in gleicher Funktion bei der Deutsch-Französischen Parlamentariergruppe und im Verwaltungsrat des Deutsch-Französischen Jugendwerkes sowie als Vizepräsidentin der Parlamentarierversammlung der OSZE setze sie sich immer für die gemeinsamen Werte – besonders in Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie für Kultur, Wissenschaft und Forschung – ein. Zudem hob sie die ergreifenden Solidaritätsbekundungen De Ridders nach den Attentaten in Paris und Nizza sowie nach der Ermordung des Lehrers Samuel Patty im letzten Jahr hervor. Frankreich sei froh und stolz, De Ridder als Freundin zu haben und sie immer an ihrer Seite zu wissen, ganz gleich, wohin ihr politischer Weg sie noch führen werde.

Heiko Maas, Bundesminister des Auswärtigen, beglückwünschte De Ridder zu ihrer hohen Auszeichnung, die sie sich sehr verdient habe. Er sprach in seiner Laudatio von den verschiedenen Lebensstationen De Ridders, die immer schon eine Grenzgängerin gewesen sei und an all ihren Wirkungsstätten bleibende Spuren hinterlassen habe. Er ging auf das wertvolle deutsch-französische Verhältnis ein, das auch intensiv durch De Ridder geprägt worden sei, beispielsweise durch den Vertrag von Aachen oder ihre Arbeit für einen solidarischen Einsatz in Mali, der Sahelzone und dem gesamten afrikanischen Kontinent, um die dortige Sicherheitslage zu stabilisieren. Frankreich könne sich immer auf ihre bodenständige, durchsetzungsstarke und zugleich freundliche Art verlassen.

Der Expräsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, bemerkte in seiner Laudatio wiederum, wie außergewöhnlich es sei, dass eine in Kiel geborene und in Belgien aufgewachsene Tochter eines belgischen Widerstandskämpfers nun von der Französischen Republik für ihre Verdienste ausgezeichnet werde. Dies stehe symbolisch für das Zusammenwachsen der  europäischen Gemeinschaft und sei in der vorangegangenen Generation noch unmöglich gewesen. Es sei das größte Privileg unserer Epoche, so der ehemalige SPD-Parteivorsitzende, die Feindschaften untereinander überwunden zu haben. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im kommenden Jahr unterstrich er, dass die populistischen Kräfte, die heute in Deutschland und vor allem in Frankreich wirkten, aufgrund des großartigen Engagements von Menschen wie De Ridder und deren Wertehaltung nicht die Überhand gewinnen würden. Auch Schulz ist Träger des Ordens der französischen Ehrenlegion.

Die Veranstaltung wurde musikalisch durch das Duo NIHZ, bestehend aus Bobby Rootveld und Sanna van Elst, begleitet. Die niederländischen Klezmermusiker*innen, die in der Grafschaft Bentheim, dem Wahlkreis von De Ridder, eine neue Heimat gefunden haben, begeisterten die Gäste mit jiddischen Texten. Die Musikrichtung steht besonders für die Versöhnung nach Ausschwitz, die De Ridder mit ihrer familiären Prägung als Antifaschistin in ihrer Dankesrede besonders hervorhob.

Die Ehrenlegion ist ein französischer Verdienstorden, der – von Napoleon Bonaparte gestiftet – seit 1802 für militärische und zivile Verdienste, ausgezeichnete Talente und große Tugenden verliehen wird. Die Aufnahme in die Ehrenlegion ist die ranghöchste Auszeichnung Frankreichs. Zu den wenigen deutschen Würdenträger*innen zählen so etwa die Politiker Konrad Adenauer und Hans Dietrich Genscher, der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Sängerin Marlene Dietrich, der Maler Georg Baselitz oder der Kabarettist Harald Schmidt.

„Das Verhältnis zu Frankreich prägt mich seit meiner Kindheit. Es hat auch mein Studium und meine Promotion stark beeinflusst. Für die kommenden Wahlen in Frankreich wünsche ich mir ausdrücklich eine demokratische Prägung und weiterhin eine weltoffene Gesellschaft. Wir sollten das sehr gute deutsch-französische Verhältnis nicht als selbstverständlich betrachten, sondern es gut pflegen und zelebrieren. Diese Auszeichnung ist daher auch eine Ermutigung, mich weiter mit aller Kraft für einen solidarischen Weg zwischen unseren Ländern und Europa einzusetzen“, bekräftigt De Ridder.

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