Dr. Daniela De Ridder dankt LKW-Fahrern als Alltagshelden in der Corona-Krise – SPD-Bundestagsabgeordnete zu Gast bei der Spedition Kleinbuntemeyer

Schapen/Emsland.  Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Gast bei der Spedition Kleinbuntemeyer. Im Gespräch mit Dieter, Martin und Petra Kleinbuntemeyer informierte sie sich über das Unternehmen sowie über ihre angebotene Produktpalette. De Ridder zeigt sich von der Innovation des Speditionsunternehmens überzeugt und ließ sich über die Folgend der Corona-Krise in der Speditionsbranche informieren.

„Auch sie gehörten während des Lockdowns zu den Heldinnen und Helden der Corona-Krise: die zahlreichen LKW-Fahrerinnen und Fahrer! Sie waren unermüdlich im ganzen Land unterwegs und sorgten dafür, die Lieferketten aufrecht zu erhalten, damit die Versorgung mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und medizinischem Bedarf gewährleistet blieb. Und dass trotz schwierigen Bedingungen: entlang der Autobahnen waren zahlreiche Raststätten während der Krise geschlossen, wodurch das Duschen oder der Toilettengang oft nicht möglich waren. Parkmöglichkeiten für LKWs waren stets Mangelware und gleichwohl haben viele der Fahrer sich nicht geschont, im Wissen, dass die Versorgung ohne sie zusammenbrechen würde. Für ihren herausragenden Einsatz während der Corona-Krise möchte ich daher allen Brummi-Fahrern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Logistikbranche von Herzen danken. Zeitgleich will ich mich auch über die aktuelle Situation informieren: Welche Wirkungen hat die aktuelle Krise für die Speditionsunternehmen und welche negativen wirtschaftliche Auswirkungen können und müssen wir von diesen Unternehmen fernhalten – denn so viel steht fest: Ohne die logistische Meisterleistung dieser Unternehmen und ihrer Beschäftigten  wäre es ganz sicher für die Bevölkerung zu Engpässen – und keineswegs nur bei Toilettenpapier – gekommen “, bedankt sich Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundetages.

Die Spedition Kleinbuntemeyer wurde 1965 gegründet und ist heute Arbeitgeberin von rund 60 Beschäftigten. Mehr als 45 Lastzüge gehören zum Fuhrpark des Unternehmens, die sowohl für nationale als auch internationale Transporte zur Verfügung stehen. Das angebotene Leistungsspektrum ist dabei sehr vielfältig: von Schüttgut- über Schwer- und Großraum- bis hin zu Containertransporten.

Waren bis Mitte Juni noch die Auftragsbücher voll und die LKWs auf den Straßen und Autobahnen unterwegs, spürt der Schapener Familienbetrieb die Auswirkungen der Corona-Krise seit Mitte Juni massiv, berichtet Dieter Kleinbuntemeyer im Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten. Ein möglicher Grund für den Einbruch der Transporte sei, dass viele Kommunen und Städte – bedingt durch die möglichen Steuereinnahmeausfälle als Folge der Krisensituation  – zurückhaltend bei anstehenden Bauvorhaben geworden sind und geplante Investitionen verschieben. Die bittere Folge für den Betrieb: Firmen bleiben zunächst auf ihren produzierten Produkten sitzen, der Transportbranche wiederum fehlen die Aufträge. Da mehr Transportkapazitäten auf dem Markt vorhanden sind als zu befördernde Güter, sei ein regelrechter Unterbietungswettbewerb entstanden: Preise werden teilweise um mehr die Hälfte gedrückt. Daher musste nun auch die Spedition Kleinbuntemeyer Kurzarbeit für ihre Beschäftigten anmelden.

„Das Kurzarbeitergeld ist ein wirkungsvolles Instrument, um Arbeitsplätze zu sichern und Brücken über die Zeit der Corona-Krise zu bauen. Für die Beschäftigten bedeutet das, dass sie ihren Job behalten. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass sie auf bis zu 40 Prozent ihres Lohns verzichten müssen. Über mehrere Monate hinweg mit diesen Lohneinbußen zurechtzukommen, ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur schwer möglich. Deshalb hat die SPD-Bundestagsfraktion durchgesetzt, dass das Kurzarbeitergeld erhöht wird, wenn Beschäftigte aufgrund der Corona-Pandemie weniger als 50 Prozent arbeiten. Demnach wird das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Monat von 60 auf 70 Prozent (bzw. von 67 auf 77 Prozent für Haushalte mit Kinder) und ab dem siebten Monat auf 80 bzw. 87 Prozent erhöht“, bekräftigt De Ridder.

Nichtsdestotrotz blickt Firmeninhaber Dieter Kleinbuntemeyer hoffnungsvoll in die Zukunft, dass sich die Auftragsbücher ab September wieder füllen werden. Denn mit Zuversicht und Innovationsgeist hat die Firma bereits in der Vergangenheit so manche Krise überwunden. So wurden jüngst 20 LWKs mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet. Diese zeigen dem Fahrer an, wenn sich ein bewegliches Objekt im sogenannten toten Winkel befindet, erklärt Martin Kleinbuntemeyer der SPD-Bundestagsabgeordneten beim Rundgang über das Firmengelände und fügt an, dass Abbiegeassistenten Leben retten können.

In Deutschland wurde ein erster Schritt für mehr Verkehrssicherheit auf den Weg gebracht: ab diesem Jahr ist der Abbiegeassistent für Lang-LKWs Pflicht. „Wir wollen den Abbiegeassistenten, der im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, rasch und verbindlich einführen, um die Gefahr von Unfällen zwischen LKWs und Radfahrern zu minimieren. Da das Fahrzeugzulassungsrecht Europarecht ist, ist dies im Alleingang ohne die Europäische Union nicht möglich. Erst ab 2022 will die EU für alle neuen Fahrzeugtypen und ab 2024 für alle Neufahrzeuge den Abbiegeassistenten vorschreiben”, konstatiert De Ridder, die stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss ist. Konkret gefragt nach Verbesserungswünschen wies Dieter Kleinbuntemeyer auf den Abbau von bürokratischen Hürden hin. In Deutschland erhalte ein Spediteur für eine Genehmigung für Sondertransporte bis zu 100 Seiten, bei unseren niederländischen Nachbarn umfasst die gleiche Genehmigung lediglich fünf Seiten. Zudem könne die Genehmigung bei der niederländischen Fahrzeugzulassungsbehörde (RDW) komplett digital per Internet beantragt werden, was zu einer hohen Zeitersparnis führe. De Ridder nahm diesen Hinweis auf und sicherte zu, diesen Wunsch innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion anzusprechen. „Wurden noch vor wenigen Wochen die LKW-Fahrerinnen und Fahrer als Heldinnen und Helden der Corona-Krise gefeiert, weil sie im erheblichem Maße Sorge dafür getragen haben, die Lieferketten und somit auch unsere Versorgung sicherzustellen, kämpfen nun zahlreiche Transportunternehmen um die wirtschaftliche Existenz. Es ist wichtig, dass wir uns für die Transportunternehmen stark machen und sie unterstützen“, bekräftigt De Ridder abschließend.

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