Berlin/Grafschaft Bentheim/Emsland. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder begrüßte bei der Fachkonferenz „Muslime in Deutschland“ der SPD-Bundestagsfraktion neben Gönul Ucar, Nüsret Tumani und Metin Caylar auch Pastor Reiner Rohloff als Islambeauftragten der Evangelisch-reformierten Kirche. De Ridder betonte bei der Fachkonferenz die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des interreligiösen Dialogs. Das Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Nationen in die USA lehnte sie ausdrücklich ab.

„Der Islam ist eine zu respektierende Religion; zahlreiche Muslime sind in unserer Gesellschaft fest integriert und leisten einen wesentlichen Beitrag für unser Gemeinwohl. Ob im öffentlichen Dienst, der freiwilligen Feuerwehr, im Katastrophenschutz oder der sozialen Fürsorge – viele Bürgerinnen und Bürger mit islamischen Glaubenshintergrund wirken am gesellschaftlichen Zusammenhalt und am Wohlstand unseres Landes mit. Rechtspopulisten aber machen es sich jetzt verstärkt zu eigen, Muslime allein aufgrund ihres Glaubens auszugrenzen. In diesen Zeiten ist es umso wichtiger, dass wir als Sozialdemokraten klare Kannte gegen Rechtspopulismus und -radikalismus zeigen und keineswegs dürfen wir die vorhandenen Probleme tabuisieren und verschweigen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Auch die Grafschafter Teilnehmerinnen machten deutlich, wie sehr  Muslime in Deutschland aktuell unter Diskriminierung im Alltag leiden müssen. In Deutschland lebten Ende 2015 ungefähr 4,4 bis 4,7 Millionen Muslime. Viele von ihnen organisieren sich in Verbänden, die wiederum von einer hohen Diversität geprägt sind. Im vergangenen November besuchte Dr. Daniela De Ridder den Alevitischen Verein in Bad Bentheim und sprach zu den Mitgliedern. In Berlin traf De Ridder nun die Mitglieder Gönul Ucar und Nüsret Tumani vom Alevitischen Verein Ehli-Beyt sowie Metin Caylar vom Vorstand der Sultanahmet-Moschee in Nordhorn bei der Fachkonferenz der SPD-Bundestagsfraktion „Muslime in Deutschland“ wieder. Mit dabei war ebenfalls Pastor Reiner Rohloff, Studienleiter in der Stiftung Kloster Frenswegen und Islambeauftragter der Evangelisch-reformierten Kirche. De Ridder hebt hervor, dass die Fachkonferenz einen wichtigen Impuls geliefert hat, um auf das Engagement der Muslime in und für unsere Gesellschaft aufmerksam zu machen, und dankt zudem Pastor Rohloff für seine integrative Arbeit zur interreligiösen Verständigung.

Rohloff begrüßt, dass es mit der Fachkonferenz „Muslime in Deutschland“ auf Initiative einer der im Bundestag vertretenen Parteien einen Auftakt für einen hoffentlich regelmäßigen Austausch unter Beteiligung der Politik gibt: „Die Konferenz hat uns darin bestärkt, den in der Stiftung Kloster Frenswegen im Herbst 2015 aufgenommenen interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen wie auch den in Berlin geforderten intrareligiösen Dialog innerhalb der unterschiedlichen muslimischen Gemeinschaften an einem Tisch in gegenseitigem Respekt kritisch und entschlossen fortzusetzen. Angesichts einer zunehmend offen zur Schau gestellten Fremdenfeindlichkeit nicht nur in Europa und dem unverhüllt erklärten Ziel einer Revision der Erinnerungskultur in Deutschland bedarf es einer unmissverständlich entschiedenen Haltung. Wie seit Langem im interkonfessionellen Dialog zwischen den Kirchen verstehen wir auch im Dialog mit Muslimen Vielfalt als Bereicherung, oder, wie es der kanadische Premierminister Trudeau nach dem Anschlag auf eine Moschee in Quebec formulierte, ‚Vielfalt ist unsere Stärke‘ “, sagt Pastor Reiner Rohloff.

Neben der Alevitische Gemeinde Deutschland e. V. (AABF) sind unter anderem die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB), der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e. V. (IR) sowie der Verband der Islamischen Kulturzentren e. V. (VIKZ)  Ansprechpartner für den gesellschaftlichen Dialog in Deutschland. Die SPD-Bundestagsfraktion zieht eine positive Bilanz der Fachkonferenz und De Ridder hebt die Bedeutung der Dialogorientierung hervor. Schließlich ist ein partizipatives Format am besten geeignet, um bestehende Vorurteile auch in der Gesellschaft abzubauen.