De Ridder empfing ihre Fraktionskollegin Michelle Müntefering

Schüttorf. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder empfing ihre Fraktionskollegin Michelle Müntefering in Schüttorf und kam mit dem Alevitischen Verein ins Gespräch. Müntefering ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen das zurzeit schwierige deutsch-türkische Verhältnis und mögliche Zukunftsperspektiven.

De Ridder und Müntefering betonten im Gespräch mit den Gemeindemitgliedern, dass trotz eines angespannten deutsch-türkischen Verhältnisses der Dialog nicht abreißen darf und die Politik der Regierung Erdogans mitnichten stellvertretend für die Türkinnen und Türken steht. „Es gibt keinen Zweifel, dass das deutsch-türkische Verhältnis angespannt ist. Recep Tayyip Erdoğan lässt kritische Stimmen und Journalisten sowie Menschenrechtler in der Türkei inhaftieren und tut dies mit der Begründung der vermeintlichen Terrorbekämpfung. Die Bundesregierung diffamiert er mit immer neuen Schmähäußerungen – inzwischen auch gegen SPD-Politikerinnen und deren Angehörige. Auch der Nazi-Anwurf ist ungeheuerlich; auch wenn er jetzt viele der türkischstämmigen Deutschen aus wahltaktischen Gründen gegen die SPD in Stellung bringen will: wir sind keineswegs die ‚Feinde der Türkei‘.

Aber, dass er nun, nachdem deutsche Journalisten, Übersetzerinnen und Menschenrechtler in türkischen Gefängnissen einsitzen, auch noch versucht, deutsche Staatsbürger innerhalb der Europäischen Union festnehmen und ausliefern zu lassen – wie Dogan Akhanli in Spanien –, zeugt von seinem Willen, die Eskalation immer weiter anzutreiben. Umso wichtiger, dass wir solidarisch zusammenstehen und uns von diesem Verhalten nicht aufhetzen und spalten lassen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems. Einig waren sich die SPD-Politikerinnen De Ridder und Müntefering auch darin, dass ein klarer Kurs gegenüber Ankara nötig ist.

Dr. Daniela De Ridder und Michelle Müntefering

De Ridder lobte die Alevitische Gemeinschaft auch als ein Beispiel für ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement in unserer gesellschaftlichen Mitte: „Bereits in der Vergangenheit habe ich die Aktiven des Alevitischen Vereins kennenlernen dürfen. Gemeinsam setzen wir uns für ein solidarisches und tolerantes Miteinander ein. Was oft verkannt wird, ist die Tatsache, dass unter den Aleviten eine große Vielfalt in Überzeugungen und der Lebenspraxis vorzufinden ist. Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist klar, dass in unserem Land Religions- und Meinungsfreiheit herrscht und dass türkischstämmige Menschen zu Deutschland gehören, auch wenn einige versuchen, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben. Wichtig ist, dass sich Besonnenheit und Verstand durchsetzen“, bekräftigt De Ridder.

Auch wenn die Ausgangslage im Moment schwierig ist, zeigt sich De Ridder davon überzeugt, dass sich Freundschaft, Herz und Verstand durchsetzen werden und die jetzige Zuspitzung durch die türkische Regierung langfristig nicht in unserer Gesellschaft verfangen wird. Dafür möchte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete De Ridder auch nach der Bundestagswahl weiter einsetzen und dankt ihrer Kollegin Michelle Müntefering für ihr Kommen. In Deutschland leben rund drei Millionen türkischstämmige Menschen. Die Alevitische Gemeinschaft umfasst in Deutschland rund 500.000 Mitglieder, von denen die überwiegende Mehrheit aus der Türkei kommt. Weltweit kann die Zahl der Aleviten nicht genau beziffert werden – Schätzungen reichen von rund 10 bis 20 Millionen Menschen.

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