Viel Zeit nahm sich die Geschäftsführung der Meyer Werft, Bernhard Meyer gemeinsam mit seinem Sohn Dr. Jan Meyer für das jüngst stattgefundene Gespräch mit der SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Mittelems (31), Frau Dr. Daniela De Ridder und Vertretern der SPD Baccum.

An der mehrstündigen Gesprächsrunde nahmen u. a. auch Vertreter des Betriebsrates der Meyer Werft, der ehemalige Betriebsleiter Jochen Zerrahn und der stellv. SPD Kreisvorsitzende Peter Behrens teil.

Dr. De Ridder zeigt sich beeindruckt von dem Unternehmen: “Die Meyer Werft sichert am Standort Papenburg 3.100 Arbeitsplätze. Mit den deutschen Zulieferbetrieben der Werft sind das rund 21.000 Arbeitsplätze.
Mehr als die Hälfte der für den Schiffsbau notwendigen Bauteile werden in Papenburg und im Emsland gefertigt. Die Wertschöpfung des Unternehmens reicht aber weit darüber hinaus.“

Verträge mit Zulieferern reichten bis in die Grafschaft Bentheim und Niedersachsen hinein. Insgesamt findet nur ein Anteil von 18 Prozent der Produktion im europäischen Ausland statt. Das erspare nach Auskunft der Werft lange Transportwege und sichert eine qualitativ hochwertige Produktion von großen Stahlträgern bis hin zur kleinsten Schraube.

Bei aller positiver Entwicklung der Weft hat diese einige Krisen in der über 215 Jahre alte Familienunternehmen in den vergangenen Jahren überstehen können. Besonders nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 und dem Unglück der Costa Concordia hatte die Branche gelitten. Trotzdem verlieren die Menschen nicht das Vertrauen in die hier gefertigten Schiffe. Auch im Jahr 2013 werden am Standort Papenburg drei Kreuzfahrtschiffe gebaut.
Die Konkurrenz zwischen den Schiffbauern ist groß, viele kleinere Werften müssen schließen. Die Abnehmer, große Reedereien, wie etwa die Royal Caribbean International oder die Norwegian Cruise Line, bestimmen die Preise. Jüngst gaben die langjährigen Kunden der Carnival Corporation den Auftrag für mehrere Aida Schiffe nach Japan zu Mitsubishi.

Trotzdem investiert die Meyer Werft weiter in ihre Produktion, so etwa in ihre Akademie und damit in die Aus-und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. So gibt es mehr als 300 Auszubildende und 40 dual Studierende in den Werften der Meyer Neptun Gruppe.

Im Verlauf des Gespräches ging die Firmenleitung u. a. auch auf das Problem der Emsvertiefung ein. Hierzu lobte Bernhard Meyer ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der neuen NDS Landesregierung. Sowohl Ministerpräsident Weil, als auch die Minister für Wirtschaft und Umwelt arbeiteten mit allen Beteiligten an einer für alle Seiten vertretbaren Lösung.

Nach dem Gespräch führte der ehemalige Betriebsleiter Jochen Zerrahn durch die Werft und gab einen Einblick in die Produktionswege. Die Anregung zu dem Besuch entstand durch den Baccumer SPD Ortsverein, der die Fahrt mit einer großen Besuchergruppe unter dem Motto “Verstehen durch Erleben” organisiert und begleitet hatte

Verhaltenskodex und Sozialcharta ein erster Schritt für mehr Verantwortung

Erklärung von Dr. Daniela De Ridder zum Tode zweier rumänischer Arbeitskräfte in Papenburg

Zu den tragischen Todesfällen zweier rumänischer auf der Meyer Werft beschäftigter Werkvertragsarbeitnehmer sagte Dr. De Ridder: Zunächst gilt mein Mitgefühl den betroffenen Familien der rumänischen Arbeitskräfte. Ich bin davon überzeugt, so Dr. De Ridder, das sowohl die Werft als auch die Stadt Papenburg zukünftig verstärkt für eine angemessenen Unterbringung der in der Werft beschäftigten Vertragsarbeitnehmer Sorgen tragen werden. Die Meyer Werft habe jetzt mit dem entwickelten Verhaltenskodex den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wer mit der Meyer Werft Verträge abschließe, solle, so die Kandidatin für den Deutschen Bundestag, in der Tat sowohl den Kodex als auch die Sozialcharta abschließen. Unbestritten hätte die Meyer Werft eine Verantwortung gegenüber allen Beschäftigten. Mit Subunternehmen, die Werksarbeitern inhumane Arbeits- und Lebensbedingungen abverlangen, geht De Ridder hart ins Gericht: „Das sind nicht nur menschenverachtende, sondern kriminelle Praktiken, die wir verbieten und wo nötig auch unter Strafe stellen müssen.“