Georg Dirks, Angelika Krone, Dr. Daniela De Ridder und Bernhard Oberberg

Bau der Stromtrasse bei Emsbüren sorgt für Unmut

Nordhorn/Lingen/Meppen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder traf sich zu einem Gespräch mit Jonas Knoop, Projektsprecher bei der Firma Amprion für das Bauvorhaben einer 380kV-Höchstspannungsleitung zwischen Dörpen West-Niederrhein. Besonderer Anlass des Gesprächs war die Umplanung des Streckenabschnitts durch das Gebiet der Gemeinde Emsbüren nach Einspruch durch die Bundeswehr. In einem weiteren Gespräch mit dem Bürgermeister der Gemeinde Emsbüren, Bernhard Overberg sowie Angelika Krone vom SPD-Ortsverein und dessen Vorsitzenden Georg Dirks, kamen die Bedenken der Emsbürener*innen zum Ausdruck. Die Gemeinde Emsbüren hat Einspruch gegen den geplanten Trassenverlauf eingereicht.

„Der Ausbau eines leitungsfähigen Stromnetzes, insbesondere einer Infrastruktur, die den Norden mit dem Süden des Landes verbindet, ist die Grundvoraussetzung der Energiewende. Wir müssen darauf vorbereitet sein große Energiemengen über weite Entfernungen zu transportieren, gerade mit Blick auf einen zukünftig höheren Strombedarf für die Elektromobilität und Wasserstoffwirtschaft“, erklärt Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Die geplante 380kV-Höchstspannungsleitung soll die Offshore-Konverter in Dörpen-West direkt an der A31 im Emsland und die Umspannanlage in Wesel am Niederrhein verbinden. Das Bauvorhaben ist ein gemeinsames Projekt der TenneT TSO GmbH und der Amprion GmbH. Der Teilabschnitt zwischen Wesel und Meppen wird von Amprion geplant und gebaut. Ursprünglich sollte der Trassenverlauf im Bereich Nordhorn-Range der A31 folgen, musste jedoch nach Einspruch seitens der Bundeswehr verlegt werden. Die Bundeswehr nutzt das Areal Nordhorn-Range als Luft/Bodenschießplatz und befürchtet Einschränkungen für den militärischen Flug- und Übungsverkehr, würden neue Strommasten in den Einflugschneisen stehen. Der neugeplante alternative Trassenverlauf folgt bereits existierenden Stromleitungen und kommt dadurch der Siedlung Elbergen, Ortsteil der Gemeinde Emsbüren, nahe.

Im Gespräch betont Amprion-Projektsprecher Jonas Knoop, dass diese neue Leitungsführung die einzig mögliche Alternative sei, die den Interessen der Bundeswehr gerecht werde. Leider habe die Bundeswehr erst spät im Planungsprozess Bedenken geäußert und sich zu den Trassenverlauf an der A31 geäußert. Amprion habe jedoch darauf Wert gelegt, dass die neue Leitungsführung die Anwohner der Siedlung Elbergen möglichst wenig beeinträchtigt. So möchte Amprion die neue Leitung auf der siedlungsabgewandten Seite der bereits bestehenden Freileitungstrassen errichten. Zudem möchte der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber die neuen Strommasten parallel im Gleichschritt zu den Masten der beiden anderen Leitungen bauen. Die neuen Masten sollen dabei nicht höher als die alten werden. Von der Siedlung aus könne man die neue Leitung so kaum sehen, da sie verdeckt würde, so Knoop. Auch bei Geräuschemissionen und der Belastung durch elektromagnetische Felder würden die Grenzwerte deutlich eingehalten.

Jonas Knoop mit Dr. Daniela De Ridder, MdB

Amprion hatte bereits – corona-bedingt – in einer digitalen Dialogveranstaltung die Bürger*innen über das Bauvorhaben informiert und Fragen und Kritik seitens der Anwohner*innen entgegenkommen. Auffällig, so Knoop, sei dabei gewesen, dass die Kritik der Bürger*innen sich weniger gegen Amprion als Bauherr richte, sondern eher gegen die Haltung der Bundeswehr, die erst zu Verschiebung der Trasse Richtung Emsbüren geführt hätte.

Bei einem Treffen vor Ort mit dem Emsbürener Bürgermeister Bernhard Overberg und dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Georg Dierks, sowie Angelika Krone, Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverein Emsbüren, kam die große Unzufriedenheit der Gemeinde und der Bürger*innen mit dem geplanten Trassenverlauf zur Sprache. Die Gemeinde Emsbüren hat sich dazu entschlossen gegen die Errichtung der Trasse auf ihrem Grund Einspruch einzureichen.

„Die Bedenken der Emsbürener*innen kann ich gut nachvollziehen. Es sollte selbstverständlich sein, dass große Stromleitungen möglichst weit entfernt von Siedlungen gebaut werden. Die Vorbehalte der Bundeswehr gegen einen Trassenverlauf entlang der A31 mögen legitim sein, müssen aber bei solchen Vorhaben frühzeitig und transparent vorgebracht werden. Derartige Infrastrukturvorhaben sind eine öffentliche Angelegenheit, die selbstverständlich diskussionswürdig sind. Hierzu gilt es, sich mit dem neuen Kommandanten der Nordhorn-Range in Dialog zu setzten“, unterstreicht De Ridder.

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