Messingen. Auf dem Podium der Kolpingwerke stand ich Rede und Antwort zu den wichtigen Fragen zur neuen Arbeitswelt, dem Sozialsystem und der Zukunft Europas. Es wurde mehr als deutlich, dass es jetzt mehr denn je eine starke Sozialdemokratie braucht.

Die Arbeitswelt 4.0 birgt Chancen, aber auch Beschäftigungsrisiken – Als Bildungspolitikerin ist mir das besonders bewusst. Wenn sich die klassischen Berufe durch Automatisierung und Digitalisierung verändern, müssen wir mehr in neue Qualifikationen investieren. Wenn wir parallel das mehr in Forschung investieren, können wir einen Innovationsvorsprung halten und am Ende sogar mehr als weniger Arbeitsplätze schaffen.

Neben den Fragen zur neuen Arbeit stand auch die Zukunft unseres sozialen Sicherungssystems im Fokus der Debatte. Wir können die Menschen in Zeiten des demografischen Wandels nicht alleine lassen und sie zur privaten Altersvorsorge zwingen, müssen aber zugleich ein Zukunftskonzept entwickeln, das auch tragfähig ist. Gerade wenn wir unser Innovationssystem stärken, können wir auch für eine Arbeitswelt sorgen, die die künftigen Generationen der Älteren so absichert, dass es keine Altersarmut mehr gibt. Dafür müssen wir aber auch mutig genug sein, ein Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen – wir brauchen qualifizierte junge Arbeitskräfte aus der Welt! Schade, dass die CDU weder an einem Rentenkonzept, noch an einem Einwanderungsgesetz arbeiten will.

Gruppenfoto Diskussion Kolpingwerke

Schließlich ging es bei der Diskussion auch um Europa. Als Deutsch-Belgierin weiß ich nur zu gut, was die europäische Einigung konkret für die Menschen bedeutet – gerade für die, die sich auch als Europäer begreifen. Es liegt an uns, den Menschen diese Idee und die Arbeit der EU auch zu vermitteln. Wie viel Nonsens und Unwissenheit steckt in doch in den rechtspopulistischen Parolen, die wir da – traurigerweise – überall in Europa vernehmen können. Umso mehr hoffe und kämpfe ich für ein starkes Votum gegen Rechts am 24. September sowie für eine starke Sozialdemokratie.