v.l.: Reinhold Hoffmann, Hermann Osewold, Karin Pauls, Johannes Hessel, Dr. Daniela De Ridder, Hannelore Rodefeld, Georg Tranel, Lilia Hübscher, Joachim Stasch, Lena Schomakers

Zu Gast im Café International

Meppen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Gast im Café International in Meppen. Gemeinsam mit Johannes Hessel, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Meppen und Karin Pauls, SPD Ortsverein Meppen, ließ sie sich vom Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Emsland e.V. (AWO) Joachim Stasch, Hannelore Rodefeld, Lilia Hübscher, Lena Schomakers, Hermann Osewold, Reinhold Hoffmann und Georg Tranel über die aktuellen Projekte informieren. Ihr Interesse galt insbesondere den Beratungsangeboten für Migrantinnen und Migranten.

„Menschlichkeit, Vernunft und eine gesamteuropäische Lösung – das sind die Grundsätze der SPD für eine europäische Migrations- und Flüchtlingspolitik. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Erstversorgung der Schutzsuchenden im Fokus stand, müssen wir nun Sorge dafür tragen, die Integrationschancen für alle Menschen, die absehbar längere Zeit bei uns sind, zu stärken. Dazu gehören neben Deutsch- und Integrationskurse vor allem auch ein erleichterter Zugang zu Ausbildung und Arbeitsmarkt. Hier leisten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO eine sehr wertvolle Arbeit“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

„Wo kann ich Deutsch lernen?“, „Wie finde ich eine Wohnung?“, „Wird mein Schulabschluss oder meine Ausbildung anerkannt?“ – gerade in den ersten Wochen und Monaten wird für die Migrantinnen und Flüchtlinge vieles neu erscheinen. Hier setzt das Engagement der Arbeiterwohlfahrt Emsland e.V. an: Sie helfen Menschen aus anderen Ländern, die Herausforderungen des Einlebens in Deutschland zu meistern. Eine von ihnen ist Lena Schomakers, die als Migrationsberaterin für Erwachsene bei der Arbeiterwohlfahrt in Meppen tätig ist. Die 23-jährige hat ihr Büro im Café International, nah an ihren Klienten. In persönlichen Gesprächen mit den Migrantinnen, Zuwanderern und Flüchtlingen entwickelt Schomakers gemeinsam mit ihnen Pläne, damit sie sich schnell im Alltagsleben in Deutschland zurechtfinden können. Auch bei Aufgaben wie dem Ausfüllen von Behördenanträgen, der Suche nach einer Wohnung oder dem Aufsuchen eines Arztes begleitet Schomakers ihre Klienten.

Für zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 27 Jahren, so erfuhr die SPD-Bundestagsabgeordnete von Joachim Stasch, bietet die AWO Emsland e.V. den Jugendmigrationsdienst (JMD) an. In der Geschäftsstelle an der Schützenstraße berät Lilia Hübscher die jungen Menschen bei Fragen zu Erziehung, Berufsplanung oder zum Schul- und Ausbildungssystem. Die Angebote reichen von individueller Begleitung über Einzelfallbetreuung und Elternarbeit bis hin zu Gruppenaktivitäten und Kursen. Dabei wird eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, Schulen, Jobcentern und Betrieben gepflegt. Auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion konnten in diesem Jahr Gesetze zur Stärkung der Fachkräfteeinwanderung verabschiedet werden. Im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes wird künftig auf die Vorrangprüfung im Grundsatz verzichtet und der Fokus auf Engpassberufe entfällt. Erstmals eröffnet das Gesetz Einwanderungsmöglichkeiten in vollem Umfang, gerade auch für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung – Bisher konnten eben nur Fachkräfte mit Hochschulabschluss einwandern beziehungsweise wenn ihr Ausbildungsberuf auf der sog. Engpassliste stand. Auch sollen Menschen dazu eingeladen werden, zu uns zu kommen, um hier vor Ort einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu suchen. Gerade hier, betont De Ridder, ist die Arbeit der Engagierten im Café International so wichtig.

Beide Beratungseinrichtungen haben sich inzwischen zu anerkannten Anlaufstellen für Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt. Gefördert werden sie vom Bundesministerium des Innern (BMI) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Doch seit Jahresbeginn sei noch kein Geld aus den Ministerien an die AWO-Meppen geflossen. „Diese ungünstige Situation zwingt uns, die Sach- und Personalkosten für beide Beratungsangebote vorzufinanzieren, was dazu führt, dass die Liquidität unseres Kreisverbandes gefährdet ist“ berichtet Joachim Stasch, Vorsitzender der AWO Emsland e.V. besorgt. De Ridder versprach, sich an beide Ministerien zu wenden. Auf Initiative der SPD hat die Bundesregierung die Förderung der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer auf 70,7 Millionen Euro erhöht und damit das Budget seit 2014 beinahe verdreifacht. Für die Arbeit der Jugendmigrationsdienste stehen in diesem Jahr bundesweit 71 Millionen Euro zur Verfügung.

Einig waren sich Stasch, De Ridder und die weiteren Gesprächsteilnehmer darin, dass diese Investitionen in die Unterstützungsmaßnahmen sich lohnen und für die Zukunft unseres Landes von großer Bedeutung sein werden. Integration sei ein mittel- bis langfristiger Prozess, der nicht von heute auf morgen vollzogen werden könne. Zugewanderten solle eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden. Dazu sei das Erlernen der deutschen Sprache ein entscheidender Schlüssel zur Integration. Bereits seit einigen Jahren sind bei der AWO in Meppen zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tätig, die nun auch im Café International Sprach- und Integrationskurse anbieten.

„Diese ehrenamtliche Unterstützung verdient unseren Dank und unsere Anerkennung, gerade weil sie so langfristig geleistet wird. In der Anfangseuphorie sind oft zahlreiche Helfer dabei, es gilt aber in der Integrationsarbeit zugewanderte Menschen auch langfristig zu begleiten. Dass es der AWO e.V. gelungen ist, auch über einen längeren Zeitraum eine intensive Betreuung und Begleitung zu organisieren, beeindruckt mich sehr, denn es spricht auch dafür, dass es hier gelungen ist, in einem gemeinsamen Netzwerk mit anderen Organisationen, Kirchen und Verbänden eine professionelle Begleitstruktur für das Ehrenamt aufzubauen und zu verstetigen“, betont De Ridder.

 

 

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