v.l.: Diny Kuester (Kassenführerin Tafel Bad Bentheim e.V.), Dr. Daniela De Ridder und Frank Brinker (Geschäftsführer Tafel Bad Bentheim e.V.)

Zu Besuch bei der Bad Bentheimer Tafel

Bad Bentheim. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Gast bei der Bad Bentheimer Tafel e. V. Dabei ließ sie sich von Geschäftsführer Frank Brinker sowie Diny Kuester, der langjährigen Kassenführerin der Bentheimer Tafel an der Hilgenstiege über die aktuelle Entwicklung und das Serviceangebot informieren.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete besuchte anlässlich ihrer Sommertour die Tafel in Bad Bentheim, ließ sich die aktuelle Entwicklung schildern und bat auch um Hinweise, wie sie selbst unmittelbar vor Ort Unterstützung für die ärmere Bevölkerung anbieten könne. Seit der Gründung der ersten Tafel vor rund 25 Jahren treten die Tafeln unter dem Motto „Lebensmittel retten. Menschen helfen“ gegen Lebensmittelverschwendung ein. Im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten machten Geschäftsführer Brinker und Kassenführerin Kuester deutlich, dass auch sie mit ihren Angeboten und inzwischen erweiterten Öffnungszeiten eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel sein wollen, um die Folgen von Armut in einem reichen Land wie Deutschland aufzufangen. Ihr Anliegen ist es, in der Obergrafschaft und in den angrenzenden emsländischen Kommunen, immer dann, wenn deren Bedürftigkeit nachgewiesen wird, den benachteiligten Menschen in ihrer Not behilflich zu sein.

„Beim Thema Armut kommt den meisten Menschen nicht als erstes Deutschland in den Sinn – eine der reichsten Nationen der Welt. Doch trotz der guten wirtschaftlichen Lage sind in Deutschland Millionen Menschen von Armut betroffen oder bedroht. Armut beschämt unsere Gesellschaft, aber nicht die Armen. Umso dankbarer bin ich, dass es in Bad Bentheim zahlreiche ehrenamtlich Engagierte gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Not der Bedürftigen zu lindern und den Betroffenen den Alltag zu erleichtern“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

„Vor 16 Jahren haben meine Eltern den Wunsch verspürt, armen Menschen helfen zu wollen. So gründeten sie 2002 die Bentheimer Tafel. In der Gründungszeit wurde die Tafel von vielen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch von Politikern in Frage gestellt. Der Bedarf wurde damals nicht gesehen; dass es verschämte Armut auch in unserer Region gibt, wollte man lange Zeit wohl nicht wahrhaben“, erinnert sich Frank Brinker, der seit drei Jahren die Organisation von seinen verstorbenen Eltern übernommen hat. Mit viel Demut und Dankbarkeit aber auch mit ein wenig Stolz auf das Engagement der zahlreichen helfenden Hände berichtet er, wie sich die Arbeit der Tafel organisieren lässt, welche Investitionen und Umbauarbeiten vorgenommen und auch, wie die Zeitpläne umgestaltet werden mussten, damit sie dem zeitweiligen Ansturm der Flüchtlinge vor zwei Jahren so gerecht werden konnten, dass sie auch die Bedürfnisse der anderen Nutzerinnen und Kunden nicht  vernachlässigen.

Heute versorgen 30 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer an drei Öffnungstagen in der Woche rund hundert Haushalte. Die Inanspruchnahme der Tafel ist vielfältig: „Es kommen viele ältere Menschen zu uns, die mit ihrer Rente nicht so gut über die Runden kommen. Das betrifft vor allem ältere Frauen, die sich ihrer Armut häufig schämen und die vermeiden wollen, dass ihre Armut auch noch zum Gesprächsthema wird. Dabei sind gerade sie es, denen wir gerne helfen wollen und die wir ermutigen, zu uns zu kommen“, versichert Brinker, während Diny Kuester insbesondere auf die Situation alleinerziehende Mütter und deren Kinder hinweist. Zusammen mit Frank Brinker gehört sie zu den Helferinnen der ersten Stunde, wünscht sich aber durchaus auch weitere Unterstützung.

„Selbstverständlich hilft uns jede auch noch so kleine Geldspende, die direkt an die Bentheimer Tafel überwiesen wird, weiter. Wir freuen uns aber nicht weniger über weitere Freiwillige, die uns bei der Arbeit unterstützen mögen. Dringend suchen wir etwa Fahrerinnen und Fahrer, die die Lebensmittel von den Geschäften und Märken abholen. Auch beim Sortieren der Ware wird jede helfende Hand gebraucht. Wir freuen uns auch, wenn Menschen einfach so zu uns kommen, hospitieren oder als Schulklassen unsere Arbeit kennenlernen wollen und dann vielleicht auch erfahren, wie glücklich wir über ihr Engagement sind“, unterstreichen Frank Brinker und Diny Kuester.

Wie wichtig ihnen ihr Engagement trotz mancher Widrigkeit in den vielen Jahren der Arbeit für die Tafel bleibt, ist unverkennbar, denn Ehrenamtlichkeit ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit und auch die fehlende ideelle und finanzielle Würdigung durch die öffentliche Hand, so auch der Kommune, wird schmerzlich vermisst. Da fehlte es an Interesse, Anerkennung und Unterstützung. Die Tafel, die in eigenständiger Trägerschaft ist, sei somit auf private Spenden und das große Wohlwollen der Lieferanten angewiesen, für die man hingegen sehr dankbar sei.

„Hier kann man ganz unmittelbar erleben, wie sehr das Ehrenamt und das Füreinanderdasein sofort Wirkung entfalten, wenn unmittelbar nach Nachweis der Bedürftigkeit geholfen wird. Ich bin voller Hochachtung, dass die Tafeln sich beim Ansturm der vielen Nachfragen im Sommer und Herbst 2015 durch die hohe Zahl der Flüchtlinge als bemerkenswert hilfreiche Institutionen erwiesen haben. Und dass die Bentheimer Tafel keine Unterschiede bei ihren bedürftigen Kundinnen und Kunden macht, ganz gleich welche Herkunft sie haben, sondern die zweifellos auftretenden Konkurrenzen durch eine kluge Organisation bewältigt hat, ist besonders hervorzuheben. Auch wir Politiker und Abgeordnete dürfen nicht wegschauen, wenn Probleme auftreten, gerade dann, wenn wir sie vielleicht gar nicht voraussehen konnten. Mich ermutigt dies, mich noch stärker für den Kampf gegen Armut und soziale Ungleichheit einzusetzen. Ich bin sehr dankbar für die Arbeit der Tafel und die vielen erhaltenen Hinweise, habe viel Verständnis für deren Sorgen und unterstütze ihre Anliegen sehr gerne“, betont De Ridder.

Auf finanzielle Unterstützung ist die Tafel Bad Bentheim angewiesen, um ihre Arbeit auch weiterhin fortzusetzen. Die Tafel Bad Bentheim bittet um Spenden und freut sich über jeden auch noch so kleinen Betrag. Die Bankverbindung lautet: IBAN: DE 45 2806 9956 7250 1804 00; BIC: GENODEF1NEV (Grafschafter Volksbank)

Öffnungszeiten:

Dienstags: 13:00 bis 14:00 Uhr

Mittwochs: 10:00 bis 11:00 Uhr (ausschließlich für Seniorinnen und Senioren und Alleinerziehende)

Freitags: 13:00 bis 15:00 Uhr

 Kontakt:

Tafel Bad Bentheim

Frank Brinker

Hilgenstiege 4

48455 Bad Bentheim

Tel.: 05922 687783

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