Dr. Daniela De Ridder und Holger Bösch

Im Gespräch mit Holger Bösch vom Index in Schüttorf

Schüttorf. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder ließ sich von dem Inhaber und Betreiber des „Index“, Holger Bösch, dessen Konzept erläutern. Die Großraumdiskothek ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene ein Anziehungspunkt zum Feiern. Auch über das Sicherheitskonzept sprach die Abgeordnete mit dem Betreiber.

In Schüttorf befindet sich die größte Diskothek Deutschlands: Jedes Wochenende empfängt sie mit ihren rund 5.000 Quadratmetern mehrere Tausend Gäste, die sich nach einer eigenen Umfrage aus rund 30 Nationalitäten zusammensetzen. Zu den Highlights gehören neben einer sechs Meter hohen Kletterwand auch die weltweit größte permanente Eisbar mit einer 35 Meter langen Bobbahn: Im hart umkämpften Gastronomiegeschäft setzen die Disco-Betreiber auf Innovation und Tradition, erfährt die SPD-Bundestagsabgeordnete.

De Ridder betont, dass das Index ein wichtiger Standortfaktor für die gesamte Region ist. „Wenn wir die junge Generation in unserer Region halten wollen, muss ihr auch hier vor Ort etwas geboten werden. Sicherlich hat sich die Nachfrage bei den jungen Menschen im Laufe der Jahre deutlich verändert und auch im Unterhaltungsgeschäft schlägt der demografische Wandel deutlich zu. Junge Erwachsene müssen begeistert werden, ihre Ansprüche sind gestiegen und sie wissen, dass sie eine hart umkämpfte Zielgruppe sind. Daher freut es mich sehr, dass das Index mit seinen vielen Angeboten ein echtes Erfolgsmodell ist und unsere gesamte Region davon profitieren kann. Schließlich müssen wir im Zuge des demografischen Wandels – neben all den wichtigen Fragen zur sozialen und logistischen Infrastruktur – auch an die Lebenswirklichkeit der jungen Generation denken“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Das Index ist seit nunmehr 29 Jahren ein Familienbetrieb der Brüder Klaus und Holger Bösch und bietet auf den rund 5.000 Quadratmetern insgesamt fünf Tanzclubs und 27 Bars. Damit ist der Diskobetrieb nicht nur einer der größten in Deutschland, sondern hat ein weites und grenzüberschreitendes Einzugsgebiet. Die Betreiber haben darüber hinaus fünf Buslinien in Eigenregie für das Wochenende organisiert: „Dont drink and drive“ lautet das Motto. Darüber hinaus sind die Betreiber ebenso mit weiteren Projekten im Stadtbild von Schüttorf aktiv, was zu ihrem Selbstverständnis als Engagierte für die Region gehört.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete sprach mit Holger Bösch aber auch über die Vorfälle, die sich vor dem Index Anfang Juli ereigneten. Nach einer Auseinandersetzung mit mehreren Gästen griffen die externen Sicherheitskräfte hart gegen Unruhestifter durch, wovon ein Handyvideomitschnitt im Netz kursiert. Dabei empörte das Vorgehen der Sicherheitskräfte viele Bürgerinnen und Bürger – dabei zeigte das Video nur einen Teilausschnitt des Geschehens. Dem Eingreifen der Securities waren Angriffe seitens der Beteiligten auf Gäste der Großraumdisko vorausgegangen, die kurz zuvor ein Hausverbot erteilt bekommen hatten und damit drohten, sich Waffen aus ihrem Auto zu besorgen. Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim veröffentlichte hierzu kürzlich eine Pressemitteilung.

Während sich das Angebot des Index überwiegend an junge Erwachsene richtet, betreiben die Böschs darüber hinaus zum Beispiel auch die „Else am See“. So wird auch hier das gastronomische Angebot im Stadtbild von Schüttorf gestärkt, was De Ridder als weiteren Beitrag für ein diversifiziertes Stadtbild sieht. Nur ein vielfältiges Angebot stärkt das Stadtbild und die Stadtkultur vor Ort, wovon die gesamte Region profitiert, unterstreicht die promovierte Stadtsoziologin. Allerdings habe sie auch Verständnis dafür, dass sich Anwohner durch den gewachsenen Verkehr belästigt fühlten. „Hier hat es die Kommunalverwaltung wohl versäumt, rechtzeitig den Dialog zu suchen, um Abhilfe zu schaffen“, ist De Ridder überzeugt. Die Schüttorfer SPD wiederum hatte bereits im Frühjahr zu einem Austausch eingeladen und sich um Interessensausgleich bemüht.

„Mein Dank gilt den Geschwistern Bösch für ihr Engagement für unsere Region. Das Index, aber auch weitere Angebote, runden das Bild einer lebhaften Gemeinschaft mit einem vielfältigen Angebot ab. Es freut mich sehr, dass Jugendliche und junge Erwachsene hier bei uns ein hervorragendes Angebot vorfinden. Und für ausgewogene Interessen haben wir in der Politik eine ganz maßgebliche Aufgabe, nämlich durch Kommunikation einen Interessensausgleich im Falle des Konflikts herbeizuführen. Da ist seitens der politischen Mehrheit in Schüttorf wohl einiges versäumt worden“, ist De Ridder überzeugt. Und augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Wir können über alles reden und das müssen wir auch gerade, wenn es Konflikte gibt. Sich zu amüsieren und Spaß zu haben, das gehört zur Lebensqualität mit dazu. Und daher gilt für alle: Wer feiern kann, kann auch wählen gehen!“

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