Dr. Hannah Timmer, Dr. Daniela De Ridder und Heinz Defayay

Im Gespräch mit der Leiterin des Polizeikommissariats Nordhorn Dr. Hannah Timmer

Nordhorn. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder sprach mit der Leiterin des Polizeikommissariates Nordhorn Dr. Hannah Timmer über Präventionsstrategien zur häuslichen Gewalt. Dr. Timmer machte deutlich, dass es einer umfänglichen Präventionsstrategie für alle Teile der Gesellschaft bedarf. De Ridder fordert seit längerem die Einrichtung einer Präventionsbeauftragten des Landes.

„Häusliche Gewalt hat viele Facetten und ist für die Opfer besonders schwer zu verarbeiten. Schließlich findet häusliche Gewalt überwiegend im privaten Raum statt und ist oftmals mit besonderen Gefahren im Zuge eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen den Opfern zu den Tätern verbunden – das trifft insbesondere auf Kinder zu. Aber gerade auch Frauen müssen noch immer Stigmatisierung fürchten, wenn sie gegen häusliche Gewalt vorgehen. Das ist ein unhaltbarer Zustand in einer modernen Gesellschaft, ist aber leider noch immer Realität“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Laut Statistik des Bundeskriminalamtes waren 2015 rund 100.000 Frauen in Deutschland von häuslicher Gewalt betroffen – die Dunkelziffer dürfte dabei wesentlich höher liegen. De Ridder und Timmer waren sich einig, dass die häusliche Gewalt zwar zumeist im privaten Raum stattfindet, der Tatbestand jedoch keineswegs eine Privatsache ist. Eine effektive Präventionsarbeit muss deshalb auf verschiedene Weisen greifen: Zum einen sollen die Opfer ermutigt werden, häusliche Gewalt anzuzeigen. Zum anderen muss aber zugleich ein Ausweg aus einer für die Betroffenen scheinbar ausweglosen Situation aufgezeigt werden.

„In der Grafschaft Bentheim existiert ein gut funktionierendes Netzwerk unterschiedlicher Beratungsstellen, die gut und vertrauensvoll mit der Polizei zusammen arbeiten“, sagt Dr. Hannah Timmer. Gleichwohl wünsche sie sich, dass mehr Frauen den Mut finden, sich in ihrer Not an die Polizei zu wenden. „Dabei geht es weniger darum, das Dunkelfeld aufzuhellen. Es geht darum – das wünsche ich mir – den Frauen auch polizeilicherseits effektiv helfen zu können – angefangen mit der Wegweisung des Täters bis hin zu seiner Bestrafung.“ Zugleich äußerte sie aber Verständnis dafür, dass vielen Betroffenen dieser Weg sehr schwer fällt.

De Ridder fordert für eine bessere Koordinierung der Arbeit auf politischer Ebene eine Beauftragte zur Prävention häuslicher Gewalt zu etablieren. „Frau Dr. Timmer leistet eine besonders wichtige Arbeit und ich freue mich sehr, dass die Polizei in unserer Region ein sehr gutes Angebot zur Prävention und Bekämpfung von häuslicher Gewalt hat. Daher müssen wir diese Arbeit auch politisch unterstützen, wo wir nur können – da kann noch deutlich mehr geschehen und dafür möchte ich mich als Bundestagsabgeordnete auch die kommenden vier Jahre stark machen“, bekräftigt De Ridder.

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