Dr. Daniela De Ridder, Harmut Ihne und Eva Quante-Brandt (Foto: Andreas Amann)

Fachhochschulen für unsere Zukunft

An diesem Montag sind die Präsidentinnen und Präsidenten der Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften auf Einladung der SPD-Fraktion zur Konferenz in den Bundestag gekommen. Dabei ging es um die Zukunft der Hochschulen im Rahmen des Wissenschaftssystems, ihre Weiterentwicklung und was dabei für mehr Bildungsgerechtigkeit sowie durch Lehre und angewandte Forschung für die Innovationskraft getan werden muss.

Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben seit ihrer Gründung in den 60er-Jahren als Bildungsschwerpunkt der sozialliberalen Ära einen erstaunlichen Wandel vollzogen und betreuen heute rund eine Million Studierende. Vertieft wurde insbesondere die sozialdemokratische Idee der Bildungsgerechtigkeit, wonach unsere Gesellschaft ein niedrigschwelliges und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot auf akademischen Niveau braucht. Diesen Anspruch erfüllen die Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften seit jeher, wie es die zuständige SPD-Berichterstatterin Dr. Daniela De Ridder auf der Konferenz plastisch veranschaulichte.

Einen Wandel haben die Fachhochschulen durch die gesellschaftlichen Herausforderungen und damit einhergehend die Felder der anwendungsorientierten Forschung und Lehre erfahren. Der demografische Wandel, Entwicklungsprozesse von Arbeit 4.0, Digitalisierung und Globalisierung haben uns vor neue Aufgaben gestellt, die es nun zu lösen gilt. Um Deutschlands starke Position in der globalen Weltgemeinschaft halten zu können, wird neben Aufstiegschancen durch Bildung insbesondere ein starker und innovativer Mittelstand benötigt. Dieser ist insbesondere auf qualifizierte Fachkräfte und die Möglichkeit zur angewandten Forschung angewiesen.

In seinem Grußwort bekannte sich der Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann explizit zur Idee des sozialen Aufstiegs durch Bildung. Auch benannte der Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz im Bereich Fachhochschulen, Karim Khakzar, in seinem Vortrag die anstehenden Herausforderungen: Eine spürbar bessere Forschungsförderung und Konzepte zur Rekrutierung des professoralen Nachwuchses sind angesichts einer stetig wachsenden Studierendenzahl für die Hochschulen unerlässlich. So ist bis 2020 jede fünfte Professur neu zu besetzen, wobei es bereits jetzt schwierig ist, Nachwuchs zu gewinnen. Das hier ein Handlungsbedarf besteht, wurde auch durch die Empfehlung des Wissenschaftsrates im Oktober untermauert. Fachhochschulen benötigen eigene Karrierewege in die Professur, die es durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen gilt.

World Café mit Thementischen

Damit die SPD-Bundestagsfraktion die Förderung und Weiterentwicklung der Fachhochschulen adäquat voranbringen kann, leitete Daniela De Ridder das World Café ein. An fünf Thementischen wurden die Zukunftsfragen in den Bereichen von Lehre, beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, professoraler Nachwuchs, Internationalisierung sowie Forschungs- und Wissenstransfer in zwei Runden erörtert und dokumentiert. Nach den Ergebnissen gilt es neben einer verstärkten Forschungsförderung und der Gewinnung von wissenschaftlichem Nachwuchs auch die Potenziale der Fachhochschulen im Rahmen internationaler Kooperationen und dem Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft zu stärken.

Eine Podiumsdiskussion rundete die Konferenz ab. Matthias Anbuhl vom DGB, Jacqueline Dejosez von den Juso-Hochschulgruppen, Vizepräsident des BDA Gerhard F. Braun, Daniela De Ridder, Hartmut Ihne und Senatorin sowie stellvertretende Vorsitzende der GWK  Eva Quante-Brandt diskutierten unter der Moderation des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung Ernst-Dieter Rossmann über die gewonnenen Eindrücke.

Einig waren sich die Beteiligten, dass die SPD auf Bundes- und Länderebene viel für die Fachhochschulen erreichen konnte. Jedoch wurde auch deutlich, dass die Bedarfe und Anforderungen an die Hochschulen stärker gestiegen sind, als es noch vor Jahren absehbar war. Entsprechend müssen Maßnahmen entwickelt und finanziert werden.

Nach der Veröffentlichung des Positionspapiers der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung zu den Fachhochschulen im April dieses Jahres gibt es seitens der Politik noch weiteren Handlungsbedarf. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich weiterhin für die Stärkung und Weiterentwicklung der Fachhochschulen in allen relevanten Feldern ein, wie es die Abgeordneten Daniela De Ridder und Oliver Kaczmarek abschließend betonten.

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