Dr. Daniela De Ridder zur Zukunft der beruflichen Bildung

De Ridder im Dialog zur berufliche Bildung 4.0

Emsbüren. Die SPD-Bundestagsabgeordnete diskutierte bei „De Ridder im Dialog“ zum Thema der Zukunft der beruflichen Ausbildung bei der Paus Maschinenfabrik GmbH in Emsbüren. Als Gesprächspartner auf dem Podium  vor interessierten Gästen aus der regionalen Wirtschaft diskutierte De Ridder mit dem Geschäftsführer Wolfgang Paus und dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Hugo Kirchelle erforderliche Maßnahmen zur Behebung des regionalen Fachkräftemangels. Deutlich wurde, dass für die Grafschaft Bentheim und das Emsland eine Strategie zur Stärkung der beruflichen Bildung ausgebaut werden muss.

Zunächst erläuterte Hugo Kirchhelle die Ergebnisse einer durch ihn und die SPD vor Ort durchgeführten Befragung der regionalen Unternehmen: Hierbei wurde deutlich, dass im Umkreis von Emsbüren rund 60 Prozent der Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. Damit konnte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende bestätigen, was auch die Bundestagsabgeordnete  De Ridder bereits in zahlreichen Unternehmensbesuchen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland aus erster Hand erfahren hat: Es bedarf einer Strategie für den Nachwuchs in den Unternehmen. Diese muss vor allem auch eine bessere institutionelle und personelle Förderung der Berufsschulen beinhalten. Die SPD konnte mit dem Mittelaufwuchs beim Meister-BaföG bereits wichtige Akzente setzen, die es nun weiterzuentwickeln gilt.

„Deutschlandweit gab es 2016 rund 172.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. Es ist klar, dass wir die duale Ausbildung substanziell stärken müssen. Zum sozialdemokratischen Programm gehört die Garantie auf einen Ausbildungsplatz und eine bessere Vergütung der Arbeit der Auszubildenden. Jedoch bedarf es in der ländlichen Region noch weiterer Maßnahmen: Die Unternehmen wollen schließlich auch die Auszubildenden an sich binden, womit es auch an Engagement der Wirtschaft nicht mangelt. Daher spielen auch weiteren Faktoren, also die gesamte Sozial- und Lebensinfrastruktur in den ländlichen Regionen, eine besondere Rolle: Nur wenn wir für junge Menschen in der Region eine ausreichende medizinische, schulische und soziale Infrastruktur bereitstellen, können wir vor Ort für sie beziehungsweise für junge Familien attraktiv werden oder bleiben“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Deutlich wurde darüber hinaus, dass die Wertschätzung der beruflichen Bildung und damit einhergehend die Beratung an den Schulen gestärkt werden muss. Schließlich sehen vor allem viele Eltern die Zukunft ihrer Kinder im Studium, obwohl Ausbildungsangebote ebenso attraktiv sein können. Hier bedarf es einer besseren Beratung auch an den Gymnasien, die ihren Fokus in der Oberstufe sehr stark am Studium ausrichten. Dabei fangen ausbildende Unternehmen gerade auch Studienabbrecher auf, die sich zumeist sehr gut bei der Ausbildung etablieren. De Ridder machte deutlich, dass vor allem die CDU/CSU eine Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) in dieser Legislaturperiode verhindert hat.

Geschäftsführer Wolfgang Paus, Dr. Daniela De Ridder und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hugo Kirchhelle

„An allen wichtigen Punkten zur Stärkung der beruflichen Bildung hat die Union blockiert. Dabei brauchen wir diese Reform dringend und müssen darüber hinaus durch eine vollständige Aufhebung des Kooperationsverbotes, welches dem Bund Direktinvestitionen in die Schulen verbietet, die Berufsschulen und die Berufsschullehrerbildung stärken. Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung, für die ich Berichterstatterin bin, war zwar gut gemeint, wurde aber durch die Ministerin nur lieblos begleitet – daraus hätte viel mehr gemacht werden können. Ebenso gilt es die Vergütung der Auszubildenden aufzubessern, um diesen beruflichen Weg deutlich attraktiver zu machen. Rückblickend war diese Blockadepolitik unsinnig und so wurde unserer Wirtschaft und unseren Unternehmen ein Bärendienst erwiesen“, bekräftigt De Ridder.

Neben der Stärkung der beruflichen Ausbildung und der regionalen Strukturentwicklung setzen Unternehmen auch zunehmend auf Auszubildende mit Migrationshintergrund. Daher betont De Ridder, dass ein arbeitsmarktorientiertes Einwanderungsgesetz nach kanadischem Modell auch die Wirtschaft und die Zuwandernden stärkt, wenn es so ausgerichtet ist, dass verlässliche Rahmenbedingungen für mehr Chancengleichheit  auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Daran gelte es, so De Ridder abschließend, mit großem Nachdruck in der kommenden Legislaturperiode weiter zu arbeiten.

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